Sekundarschule Roxel: Besorgte Elternvertreter fordern von Politik und Verwaltung Unterstützung ein
Vierzügigkeit in weiter Ferne

Münster-Roxel -

Als Reaktion auf die geringen Anmeldezahlen an der Sekundarschule Roxel fordern besorgte Elternvertreter von Politik und Verwaltung jetzt Unterstützung ein.

Donnerstag, 05.03.2015, 22:03 Uhr

Mit großen Erwartungen und der Aussicht auf Vierzügigkeit wurde im Schuljahr 2012 / 13 der Unterricht an der Roxeler Sekundarschule gestartet. Auch Regierungspräsident Dr. Reinhard Klenke (stehend, l.) besuchte die neue Schule. Mittlerweile bereiten die Anmeldezahlen Eltern und Lehrerkollegium Sorgen.
Mit großen Erwartungen und der Aussicht auf Vierzügigkeit wurde im Schuljahr 2012 / 13 der Unterricht an der Roxeler Sekundarschule gestartet. Auch Regierungspräsident Dr. Reinhard Klenke (stehend, l.) besuchte die neue Schule. Mittlerweile bereiten die Anmeldezahlen Eltern und Lehrerkollegium Sorgen. Foto: eb

Die Elternschaft der Roxeler Sekundarschule ist mit der Umsetzung des Anmeldeverfahrens für die weiterführenden Schulen der Stadt Münster „absolut unzufrieden“. Dies geht aus einer unserer Zeitung übermittelten Stellungnahme des Schulpflegschaftsvorsitzenden Frank Jäckel und seiner Stellvertreterin Michaela Krude hervor. Hintergrund ist, dass an der Sekundarschule fürs neue Unterrichtsjahr – wie berichtet – bislang nur 49 Kinder angemeldet wurden. Viel zu wenig, um die angestrebte Vierzügigkeit zu erreichen.

„Anstatt wie versprochen den Aufbau der Sekundarschule weiter zu unterstützen, beschließen der Schulträger und die Bezirksregierung die Erweiterung der Zügigkeiten der Realschule Wolbeck und der Erich-Klausener-Realschule während des Anmeldeverfahrens“, heißt es in dem Schreiben. Dies könne natürlich nur dazu führen, dass die Sekundarschule, trotz des großen Engagements aller am Schulleben Beteiligten, nicht vierzügig werde.

Die Elternschaft frage sich, ob man seitens der Entscheidungsträger nur mit leeren Versprechungen und Worthülsen hingehalten beziehungsweise gar vorgeführt werde: Welche Bedeutung habe die angekündigte Kooperation mit dem Ludwig-Erhardt-Berufskolleg, wenn die Eingangsklassen nicht gefüllt und somit Perspektiven für die Schülerschaft der Sekundarschule nicht umgesetzt werden könnten? Dieses Kooperationsprojekt sei von Politik und Verwaltung begrüßt worden, doch nun stehe niemand mehr zu den „vollmundigen Stärkungs- und Unterstützungsbekundungen“ für die Sekundarschule als kleiner Gesamtschule, der lediglich die Oberstufe fehle.

Aus Elternsicht, so Jäckel und Krude, sei es unverständlich, dass angesichts der großen Zahl von Abweisungen an der Gesamtschule Mitte nicht offensiv für die Roxeler Sekundarschule sowie für die Primusschule geworben werde. Denn bei beiden handele es sich um Schulen des längeren gemeinsamen Lernens, an denen nach den Bildungsplänen einer Gesamtschule unterrichtet werde.

Im Roxeler Schulcampus, so heißt es weiter, werde von einem äußerst engagierten Team – angefangen vom Lehrerkollegium bis zum Hausmeister – eine neue Schule aufgebaut, auch als Aushängeschild für Münster. Eine neue Schulform brauche eine gewisse Zeit der Profilierung. Gleichwohl fehle der Elternschaft jegliches Verständnis dafür, dass der Aufbau der Sekundarschule und ihr Fortbestand nicht unterstützt werde.

„In Zeiten knapper Kassen wird ein Vorzeigeobjekt, der Schulcampus Roxel der Stadt Münster mit guten Raumkapazitäten, großen Sportanlagen und einer perfekten Mensa, nicht für die zweite Gesamtschule bereit gestellt. Argumente wie die Nachbarschaft zu anderen Schulen werden und wollen wir als Elternschaft nicht gelten lassen, wenn es um unsere Steuergelder geht“, stellen die Schulpflegschaftsvorsitzenden klar. Stattdessen würden interessierte Gesamtschuleltern aufs Unterrichtsjahr 2016 / 2017 vertröstet. Schon jetzt stelle sich die Frage, wie es mit den Anmeldezahlen der Sekundarschule weitergehen werde.

Den Eltern dränge sich der Eindruck auf, dass es Politik, Schulträger und Bezirksregierung mehr als gleichgültig sei, was aus der Schule werde, so Jäckel und Krude. Man hege Unverständnis und sei verbittert: „Wenn das Projekt Sekundarschule nicht vor der ersten Abschlussfeier der Gründungsjahrgangsstufe zum Scheitern verurteilt sein soll, fordern wir deutlich mehr Engagement von allen Entscheidungsträgern, die in der Stadt Münster Schulentwicklung betreiben.“

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3116507?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F4848272%2F4848282%2F
Galgenfrist für die Platanen
Keine schnelle Fällaktion: Galgenfrist für die Platanen
Nachrichten-Ticker