Sekundarschule Roxel
Unterstützung für Flüchtlingskinder

Münster-Roxel -

Besuch von sechs Studentinnen des Fachbereichs Sozialwesen der Fachhochschule Münster gab es in der Roxeler Sekundarschule: Im Rahmen eines engagierten Projekts versuchten die Studentinnen, die 18 Flüchtlingskinder der Internationalen Klasse mit kreativen Mitteln für ihren weiteren Weg zu stärken.

Donnerstag, 30.06.2016, 19:06 Uhr

Strahlende Gesichter in der Internationalen Klasse der Roxeler Sekundarschule: Mohammad (M.) ist zurück – die Schülerinnen und Schüler sind glücklich.
Strahlende Gesichter in der Internationalen Klasse der Roxeler Sekundarschule: Mohammad (M.) ist zurück – die Schülerinnen und Schüler sind glücklich. Foto: FH Münster

Alberta ist 15 Jahre alt und geht in die Internationale Klasse der Roxeler Sekundarschule . „Heute ist mein Glückstag“, sagt die Schülerin. Denn Mohammad ist wieder da. Ihr Mitschüler kam genau im richtigen Moment zurück: zum Abschlussfrühstück eines Fachhochschul-Projekts für Flüchtlingskinder. Er war zwischenzeitlich abgeschoben worden. So wie Alberta freuen sich auch ihre 17 Klassenkameraden über das Wiedersehen mit dem Jungen aus Afghanistan . Überhaupt sei es ein so schöner Tag, für manche „der schönste bisher“, heißt es wiederholt in der Runde.

Auch Israh strahlt vor Glück. Sie denkt, dass es das Projekt gab, damit sie alle Spaß haben. Den hatten und haben die Schüler sichtlich auch. Genauso wie die sechs Studentinnen des Fachbereichs Sozialwesen der Fachhochschule Münster , die in der Roxeler Sekundarschule den praktischen Teil ihres Theorie- und Praxisprojekts „Ressourcenorientierte Biografiearbeit mit kreativen Medien“ durchgeführt haben. Auch sie finden, dass das Abschlusstreffen der schönste Tag des Projekts ist.

Erklärtes Ziel war vor allem, dass die 18 Flüchtlingskinder ein Gefühl für die eigene Identität erlangen, sich selbst besser kennenlernen, ein Gruppengefühl entwickeln – und vielleicht auch über sich selbst hinauswachsen. Ist den Kindern dies gelungen? „Ja“, sagt Jördis Greve vom studentischen Team, das von Lehrern der Sekundarschule unterstützt wurde. „Das Ganze fing etwas holprig an, aber es wurde von Sitzung zu Sitzung besser, so dass wir konzentriert mit den Kindern arbeiten konnten.“

Während es zu Projektbeginn noch darum ging, dass die Elf- bis 15-Jährigen erzählen, wer sie sind und woher sie kommen, sollten sie in den weiteren Treffen herausfinden, was sie stärkt, und wo sie sich künftig sehen. Unter der Anleitung der Studentinnen setzten sie dafür kreative Mittel ein – Malen, Basteln, Spielen. Am Ende hielt jeder voller Stolz seine „Stärkenmappe“ in der Hand.

„Dass das Projekt bei allen Schülern so gut ankam, lag nicht zuletzt daran, dass die Studentinnen mit großem Einfühlungsvermögen schnell das Vertrauen der Kinder gewonnen haben“, berichtet Martina Becker vom Klassenlehrerteam. Vor allem die stilleren und sprachlich schwächeren Schüler hätten von der intensiven Kleingruppenarbeit profitiert und gezeigt, welches Potenzial in ihnen schlummere. „Das Malen war deshalb so wichtig, um die Sprachbarriere besser überwinden zu können“, heißt es in einer Mitteilung der Fachhochschule.

Die Kinder kommen aus zwölf verschiedenen Nationen, unter anderem aus Nigeria, Syrien, Pakistan und dem Irak und sind zum Teil erst seit kurzer Zeit in Deutschland. In Zeichnungen konnten sie kleine Geschichten erzählen. „Es gab so viele schöne Momente für uns, wenn sich etwa die Schüchternen langsam öffneten und Vertrauen zu uns aufbauten“, so Greve. „Mit kreativen Methoden kann man Kinder anders erreichen, neue Beziehungen entstehen lassen“, formuliert sie ihre größte Erkenntnis aus dem Projekt. „Und wir haben gelernt“, ergänzt Julia Schütte, „dass auch die teilweise traumatisierten Kinder einfach Kinder sind, die lachen, spielen, toben und einfach nur glücklich sein wollen.“

So wie Israh. Die fröhliche Elfjährige kam vor neun Monaten aus Mazedonien, seit fast einem halben Jahr lernt sie an der Sekundarschule. Im September möchte das Mädchen in eine reguläre Klasse wechseln. Dass Deutsch ihr Lieblingsfach ist, hört man sofort, aber auch Mathematik gefällt ihr. Richterin steht als Berufswunsch in ihrer „Stärkenmappe“.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4121780?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F4848259%2F4848265%2F
Warnstreik bei der Post auch in Münster
Ein Briefträger der Deutschen Post.
Nachrichten-Ticker