Sekundarschule Roxel
Wird Paul Wulf Namensgeber?

Münster-Roxel -

Geht es nach den Vorstellungen des „Freundeskreises Paul Wulf“, dann soll die Roxeler Sekundarschule demnächst Paul-Wulf-Schule heißen. Eine entsprechende Anregung hat der Kreis der Schule bereits übermittelt.

Freitag, 28.10.2016, 17:10 Uhr

Blick auf den Roxeler Schulcampus mit der Sekundarschule. Im kommenden Jahr soll feststehen, welchen Namen die Einrichtung künftig tragen wird. Der Freundeskreis Paul Wulf regt an, die Sekundarschule Paul-Wulf-Schule zu taufen.
Blick auf den Roxeler Schulcampus mit der Sekundarschule. Im kommenden Jahr soll feststehen, welchen Namen die Einrichtung künftig tragen wird. Der Freundeskreis Paul Wulf regt an, die Sekundarschule Paul-Wulf-Schule zu taufen. Foto: kbö

Auf der Suche nach einem Namen für die Einrichtung sind die Verantwortlichen der Roxeler Sekundarschule einen großen Schritt vorangekommen: Laut Schulleiter Reiner von Borzyskowski liegt bereits eine zweistellige Zahl von Anregungen vor. Mehrere Einsender haben sich an der Namenssuchaktion beteiligt. Darunter auch der Münsteraner Dr. Bernd Drücke vom Freundeskreis Paul Wulf .

Im Namen des Kreises regt Drücke an, die im Jahre 2012 gestartete und im Aufbau befindliche Roxeler Schule nach Paul Wulf zu benennen: „Ich habe da einen sehr guten Vorschlag. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Schule ,Paul-Wulf-Schule‘ taufen würden“, schreibt er in einer an von Borzyskowski sowie die Schülersprecher gerichteten E-Mail. Besagte Anregung könne „möglicherweise eine Option“ sein, sagt der Sekundarschulleiter. Er will jedoch dem weiteren Verfahren nicht vorgreifen. Ein Auswahlgremium werde sich kriterienorientiert in den nächsten Monaten mit den Namensvorschlägen befassen.

In seinem Schreiben macht Bernd Drücke deutlich, warum Paul-Wulf (1921 – 1999) aus Sicht des Freundeskreises ein idealer Namensgeber ist: Der Münsteraner sei ein Opfer des Nationalsozialismus und ein unermüdlicher Kämpfer für soziale Gerechtigkeit gewesen. „Als Heimkind wurde er von den Nazis als lebensunwert stigmatisiert und als vermeintlich Schwachsinniger im Alter von 16 Jahren 1938 zwangssterilisiert. Das machte aus Paul Wulf einen überzeugten Anti-Nazi und Kämpfer für Gerechtigkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zur Stimme der über 350 000 von den Nazis Zwangssterilisierten und konnte 1978 für die Überlebenden eine Entschädigung von 5000 D-Mark erwirken.“

Für seine antifaschistischen Ausstellungen und seine unermüdliche Aufklärungsarbeit sei Paul Wulf im Jahre 1991 das Bundesverdienstkreuz verliehen worden, schreibt Bernd Drücke weiter. Darüber hinaus gebe es seit den münsterischen Skulpturprojekten im Jahre 2007 am Servatiiplatz eine Skulptur, die Paul Wulf zeige. Diese sei bei einem Zeitungswettbewerb sogar zum beliebtesten Kunstwerk der Ausstellung gekürt worden. Zudem gebe es seit dem Jahr 2012 auch schon einen Paul-Wulf-Weg in Münster .

Damit, ob die Roxeler Sekundarschule demnächst den Namen Paul Wulfs tragen oder auch anders benannt wird, muss sich das noch zu konstituierende Auswahlgremium befassen. Reiner von Borzyskowski geht davon aus, dass der Namensfindungsprozess im Februar oder März nächsten Jahres abgeschlossen wird.

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