Anzeige

Mo., 21.12.2015

Internationaler Treff der Roxeler Flüchtlingshilfe „Gezahlt wird mit kleiner Münze“

Gut besucht war das erste „Internationale Café“ im Pfarrheim, obwohl die Bewohner einer der beiden Roxeler Flüchtlingsunterkünfte bei einem privat organisierten Ausflug zu einem Reiterverein nach St. Mauritz eingeladen waren.

Gut besucht war das erste „Internationale Café“ im Pfarrheim, obwohl die Bewohner einer der beiden Roxeler Flüchtlingsunterkünfte bei einem privat organisierten Ausflug zu einem Reiterverein nach St. Mauritz eingeladen waren. Foto: ann

Münster-Roxel - 

Premiere im Pfarrheim St. Pantaleon: Erstmals hatte die „Flüchtlingshilfe Roxel“ zu einem „Internationalen Café“ eingeladen. „Wir haben uns eine Menge von den Aktivitäten in anderen Stadtteilen und Städten abgeguckt“, sagte Mitorganisatorin Britta Drude.

Von Annegret Lingemann

„So international war es noch nie im Pfarrheim“, stellte Pfarrer Dr. Christian Schmitt fest, als er am vierten Adventssonntag zwischen einer bunt zusammen gewürfelten Gesellschaft stand. Die ehrenamtliche „Flüchtlingshilfe Roxel“ hatte zum ersten „Internationalen Cafe´“ eingeladen. Und die Gäste kamen – unter anderem aus Syrien, Algerien, Albanien, Mazedonien und Georgien – aber an diesem Nachmittag natürlich nur aus den Flüchtlingseinrichtungen Am Schultenhof und Pienersallee.

Wie Ibrahim Chah aus Algerien, der dankbar ist, dass für seinen herzkranken Sohn hier Therapiemöglichkeiten gefunden wurden. Oder Mohamed Alnaiemi aus Syrien, der auf die Familienzusammenführung wartet. Seiner Frau, die sich mit zwei Kindern im Libanon aufhält, hat man einen Termin in der Deutschen Botschaft im kommenden Juli versprochen. Chah und Alnaiemi lernen Deutsch, aber einfach ist die Verständigung mit ihnen noch nicht.

Da haben es Flavio, Nawrez, Thomas und Abolfazl einfacher. Die Kinder spielen draußen Fußball ganz ohne Verständigungsprobleme, während drinnen zu deutschem und syrischem Kuchen Kaffee und Tee getrunken wird

Gut, dass es bei den Erwachsenen viele bemühte Helfer gibt. Assaad Elias Kattan, Professor für Orthodoxe Theologie an der WWU ist einer von ihnen, ebenso seine Frau Jessica. Beide haben, bevor sie vor zehn Jahren nach Deutschland kamen, lange Zeit im Libanon gelebt und sind nun sehr engagiert in der Betreuung von Flüchtlingen insbesondere aus dieser Region. „Es gibt zwar schon viele Angebote in den Heimen“, sagt Jessica Kattan, die auch selber Deutschunterricht erteilt. „Dieses Internationale Café soll aber eine Veranstaltung für den Ortsteil sein und helfen, dass Kontakte auch nach außen geknüpft werden können.“

So sitzt an diesem Nachmittag Familie Elkemann neben Ibrahim und Mohamed. „Statt Zuhause den Kaffee zu trinken, tun wir das heute hier“, erklärt Angelika Elkemann. Mitorganisatorin Elke Meiners-Giebel ergänzt: „Das Café soll integrativ in beide Richtungen sein: Menschen, die aufgeschlossen sind und helfen wollen, können hier ins Gespräch kommen. Gleichzeitig können die, die schon länger hier leben, Tipps und Hilfen zum besseren Einleben und damit auch Hoffnung geben.“

„Wir haben uns eine Menge von den Aktivitäten in anderen Stadtteilen und Städten abgeguckt“, sagt Mitorganisatorin Britta Drude. Geplant ist, dass das „Internationale Cafe´“ eine ständige Einrichtung wird, die im Sechs-Wochen-Rhythmus stattfinden könnte. Pfarrer Schmitt ist begeistert: „Willkommenskultur ist ein großes Wort, aber gezahlt wird mit kleiner Münze. Dieses ist praktische Hilfe!“

Leserkommentare

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3699604?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F