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Do., 01.12.2016

Sozialbüro Roxel „Es gibt wirklich versteckte Armut“

Die Mitarbeiter des Sozialbüros (v.l.) um Walter Imping, Renate Grawemeyer, Wilfried Temme, Georg Ludewig, Ursula Streitenberger und Eva van Leyen engagieren sich für bedürftige Mitbürger. Es fehlen Maria Eilig und Lore Heinecke vom Team.

Die Mitarbeiter des Sozialbüros (v.l.) um Walter Imping, Renate Grawemeyer, Wilfried Temme, Georg Ludewig, Ursula Streitenberger und Eva van Leyen engagieren sich für bedürftige Mitbürger. Es fehlen Maria Eilig und Lore Heinecke vom Team. Foto: ann

Münster-Roxel - 

Wenn es darum geht, bedürftigen oder hilfesuchenden Menschen in Roxel auf vielfältige Art und Weise Unterstützung zu gewähren, dann das Sozialbüro im Ort seit 1999 eine feste Adresse.

Von Annegret Lingemann

Geschmückte Schaufenster und verführerische Reklamebeilagen wecken – besonders in der Vorweihnachtszeit – Wünsche oder auch die Sehnsucht, vertrauten Menschen ein Geschenk zu machen. Das ist für manche Mitbürger eine besonders schwierige Zeit. Für die nämlich, die ohnehin Mühe haben, mit dem zur Verfügung stehenden Geld über die Runden zu kommen. Extras sitzen da oft nicht drin.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Roxeler Sozialbüro kennen solche Lebensumstände sehr genau. Not zu lindern und Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen – und das nicht nur zur Weihnachtszeit – das ist ihr Ziel.

Im Jahr 1999 gründeten Maria Eiling, Ursula Streitenberger und Walter Imping mit vier weiteren Roxelern das Sozialbüro. Über die „Neue Armut“ wurde damals in der Öffentlichkeit diskutiert, da erschien es sinnvoll, mit Fachleuten wie Sozialpädagogen, Juristen, Ärzten, Vertretern der Caritas und unter der Mitwirkung beider Kirchen Hilfsangebote für bedürftige Menschen zu entwickeln.

Eine Sprechstunde wurde eingerichtet, die immer besser angenommen wurde. Gab es in der ersten Zeit eine Anfrage pro Sprechstunde, so sind es heute durchschnittlich vier. Alleinerziehende, alte alleinstehende Menschen, aber auch Familien, oft mit einem Migrationshintergrund, in finanzieller Notlage wenden sich an das Sozialbüro, das mit Renate Grawemeyer, Lore Heinecke, Eva van Leyen, Georg Ludwig und Wilfried Temme weitere tatkräftige Verstärkung gefunden hat. „Wir helfen einen Schritt weiter“ ist ihr Motto.

Darunter fallen auch schwierige Gespräche mit Behörden, Vermietern, dem Job-Center, dem Sozialamt, den Stadtwerken, bei Gericht oder mit Inkassobüros. Warum macht man so etwas freiwillig? Renate Grawemeyer ist überzeugt: „Man kann etwas Gutes bewirken.“ Eva van Leyen fühlt eine soziale Verpflichtung, der Gesellschaft, in der sie gute Karten gezogen habe, etwas zurückzugeben.

Wilfried Temme wiederum bekennt, dass ihm das Amt die Augen geöffnet habe, weil er eigentlich immer nur mit Menschen seiner sozialen Herkunft zu tun gehabt hätte: „Es gibt wirklich versteckte Armut. Schlecht Ausgebildete werden gesellschaftlich immer mehr abgekoppelt.“

Regelmäßig trifft sich die ehrenamtliche Runde, um im Einzelnen über die Verwendung ihres Etats zu beraten. „Besonders eng ist es bei denjenigen, die knapp über der Bemessungsgrenze von Harz IV liegen und keine Zuschüsse wie Wohngeld bekommen“, sagt Walter Imping. „Wir danken allen, die uns mit Spenden unterstützen. Auch der langjährige Flohmarkt in der Hauptschule hilft sehr. “

Neben Lebensmittelgutscheinen werden in diesem Jahr zu Weihnachten erneut geringe Beträge bar ausgezahlt – damit die Erfüllung von kleinen Wünschen möglich wird.

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