Löschung beim Amtsgericht wird beantragt
„Von Mensch zu Mensch“ aufgelöst

Münster-Roxel -

189 Mitglieder zählt der Verein "Von Mensch zu Mensch in Roxel" - und keines davon möchte den Vorsitz übernehmen. Doch nicht nur deswegen ist die Auflösung des Vereins jetzt beschlossene Sache.

Freitag, 02.03.2018, 20:03 Uhr

Das letzte Vorstandsfoto des Vereins „Von Mensch zu Mensch in Roxel“ (v.l.): Gabriele Dick (zweite Vorsitzende), Fritz Brockhues (Kassierer), Franz Spreckelmeyer (Schriftführer), Annegret Lingemann (Vorsitzende) und Kirsten Wegener-Bücker (Stiftung Magdalenenhospital). 
Das letzte Vorstandsfoto des Vereins „Von Mensch zu Mensch in Roxel“ (v.l.): Gabriele Dick (zweite Vorsitzende), Fritz Brockhues (Kassierer), Franz Spreckelmeyer (Schriftführer), Annegret Lingemann (Vorsitzende) und Kirsten Wegener-Bücker (Stiftung Magdalenenhospital).  Foto: sn

Schluss, aus, vorbei: Die Auflösung des Vereins „Von Mensch zu Mensch“ ist beschlossene Sache. Als Annegret Lingemann den Verein vor zwölf Jahren mit aus der Taufe hob, gab es viele Menschen, die Hilfe suchten. Um die wollten sich die Ehrenamtlichen aus dem Stadtteil kümmern. Doch: „Die Leute werden heute anders alt“, meinte Lingemann bei der letzten Mitgliederversammlung.

Die Menschen seien heute bis ins Alter aktiv, erklärte Lingemann: „Die 80 ist die neue 70“. Früher holten Ehrenamtliche noch ihre Klientel vom Seniorenkaffee ab, heute spielten die älteren Leute Tennis. Das hat Folgen für den Verein, die sich an Zahlen festmachen lassen. 18 Anfragen von Hilfesuchenden habe es im vergangenen Jahr gegeben: „Das ist nicht viel. Die Nachfrage ist zurückgegangen“, sagte Lingemann. Ihr Fazit: „Die Leute werden jünger alt. Sie brauchen uns später als bisher.“

Die Leute werden jünger alt. Sie brauchen uns später als bisher.

Annegret Lingemann

Dabei ist der 2016 sogar für den münsterischen Bürgerpreis nominierte Verein durchaus lebendig. 189 Mitglieder gibt es, 49 davon sind aktive. Allerdings: Nur 22 betreuen Senioren. Zählt man den Vorstand nicht mit, sind es nur 17. Zehn Mitglieder, so Lingemann, seien wiederum „Greenhorns“. Sie hätten bisher noch keine Senioren betreut, seien aber bereit dazu. Um sie tue es ihr besonders leid. Denn im Verein „Von Mensch zu Mensch“ können sie sich nun nicht mehr engagieren.

Lingemann hatte es bereits auf der vergangenen Mitgliederversammlung angekündigt. Sie trat nicht noch einmal für ihr Amt an: „Wir möchten den Verein in gute Hände geben.“ Allerdings fand sich kein Kandidat für den Vorsitz. Dasselbe galt für den Posten des Schriftführers, den Franz Spreckelmeyer nicht mehr übernahm. Das, was bereits befürchtet worden war, trat nun ein: Die Auflösung des Vereins stand zur Abstimmung. 19 Mitglieder stimmten dafür. Auf die Frage, wer dagegen sei, meldete sich keiner. Franz Spreckelmeyer und Fritz Brockhues wurden zu den Liquidatoren gewählt. Sie leiten jetzt das Prozedere zur Löschung des Vereins beim Amtsgericht ein. Dies könne ein Jahr in Anspruch nehmen, so Brockhues.

Allerdings gibt es einen Hoffnungsschimmer. Kirsten Wegener-Bücker von der Stiftung Magdalenenhospital erläuterte, dass von den insgesamt 14 „Von Mensch zu Mensch“-Gruppen in Münster nur zwei eine Vereinsform hätten, nämlich Roxel und Nienberge. Alle anderen seien Initiativen.

Auch von „Mensch zu Mensch in Roxel“ könne zukünftig als Initiative weiterarbeiten. Dafür brauche es aber Interessierte, die mitmachen wollten, und auch einen Koordinator. Ihre Mitarbeit signalisierten einige Anwesende, einen Teamsprecher gibt es allerdings noch nicht.

Wegener-Bücker bedankte sich schließlich bei den Roxelern und vor allem bei Annegret Lingemann für ihr Engagement.

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