Roxels historischer Seihofteich
Schilf, so weit das Auge sieht

Münster-Roxel -

Die Roxeler werden sich wohl damit abfinden müssen: Der Seihofteich ist mit Schilf zugewachsen. Die Stadt will daran - zumindest vorerst - nichts ändern.

Mittwoch, 25.04.2018, 19:04 Uhr

Überbordender Bewuchs: Das stark wuchernde Schilf hat den historischen Roxeler Seihofteich in Beschlag genommen. Vom Wasser des Teichs ist nicht mehr viel zu sehen.
Überbordender Bewuchs: Das stark wuchernde Schilf hat den historischen Roxeler Seihofteich in Beschlag genommen. Vom Wasser des Teichs ist nicht mehr viel zu sehen. Foto: sch

Er ist – mal wieder – weitgehend zugewachsen. Und da verwunderte es kaum, dass es bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West auch um die Pflege des historischen Roxeler Seihofteichs ging. Immerhin stellt das Gremium aus seinen Mitteln alljährlich 1000 Euro zur Verfügung, damit das Gewässer samt unmittelbar angrenzendem Umfeld zweimal im Jahr vom städtischen Grünflächenamt in Schuss gebracht wird. Gleichwohl sieht der Teich zurzeit verheerend aus.

„Vom Wasser des Teichs ist nicht mehr viel zu sehen, weil die Vegetation überhand genommen hat“, bestätigt Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt. Stark wachsendes Schilf und ein veränderter Wasserstand seien die Ursache für den überbordenden Pflanzenwuchs, der das derzeitige Aussehen des Teiches präge. Bereits im Dezember 2016 sei es ähnlich um das Gewässer bestellt gewesen, das damals von einer Spezialfirma per Bagger vom lästigen Schilf befreit wurde. Die kostspielige Maßnahme, die die Stadt nicht jedes Jahr in Angriff nehmen wolle, habe jedoch nicht gefruchtet, sagt Gövert.

Der Fachmann vom Grünflächenamt geht davon aus, dass es kaum möglich sein wird, den Schilfbewuchs dauerhaft aus dem schon im Urkataster von 1827 verzeichneten Teich zu verbannen. Es sei ein „Riesenaufwand“, die stark und tief verwurzelten Schilfgewächse auszubaggern. Und da sie nicht restlos entfernt werden könnten, wucherten sie nach einiger Zeit schon wieder.

„Schilf ist hartnäckig und wird sehr schnell dominant“, weiß Franz-Josef Gövert. Im Falle des Seihofteichs komme ihm obendrein zugute, dass der Wasserspiegel nicht mehr allzu hoch sei, was mit Veränderungen im Umfeld des Gewässers zu tun habe. Die natürlichen Wasserströme, durch die der Seihofteich in früheren Zeiten gespeist wurde, hätten sich verändert.

Nach Ansicht des Experten vom städtischen Grünflächenamt wird den Roxelern nichts anderes übrig bleiben, als sich mit dem aktuellen Zustand des historischen Gewässers abzufinden. Zumal sich die Stadt bei den in diesem Jahr anstehenden Pflegemaßnahmen nur um die Randbereiche des Teiches kümmern wolle. Die erste Maßnahme werde noch vor den Sommerferien angegangen. Allerdings sei ein Baggereinsatz nicht vorgesehen.

Beim Seihofteich handelt es sich um ein Relikt aus der Zeit, als Roxel noch ein Dorf war. Der Teich ist der letzte erhaltene Dorfweiher, an dem Frauen des Orts früher ihre Wäsche wuschen. Dass das historische Gewässer bis auf den heutigen Tag erhalten blieb, ist dem entschlossenen Engagement des Heimat- und Kulturkreises, örtlicher Politiker und vieler Roxeler Bürger zu verdanken. Sie setzten sich bekanntlich gegen die Pläne der Stadt Münster zur Wehr, den Seihofteich zuzuschütten und im Rahmen der Vermarktung von Roxel-Nord als Baugrundstück zu nutzen.

Aus Franz-Josef Göverts Sicht handelt es sich bei dem altehrwürdigen Gewässer um ein „schönes Biotop“.

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