Dreijährige Weltreise mit Muskelkraft
Per Leeze rund um den Globus

Münster-Roxel / Kinderhaus -

Sie leben ihren Traum von der großen Freiheit: Manu Winkler und Magda Mayerhoffer wollen mit dem Rad die Welt umrunden. Auf den ersten 2000 Kilometern bis Ungarn haben sie schon Einmaliges erlebt.

Dienstag, 22.05.2018, 19:05 Uhr

Fünf Länder, darunter Italien, haben Magda Mayerhoffer und Manu Winkler bereits auf ihrer Liste „abgehakt“. Jetzt geht‘s für die Radler aus Roxel und Kinderhaus weiter nach Ungarn.
Fünf Länder, darunter Italien, haben Magda Mayerhoffer und Manu Winkler bereits auf ihrer Liste „abgehakt“. Jetzt geht‘s für die Radler aus Roxel und Kinderhaus weiter nach Ungarn. Foto: manuandmagda.com

Sie leben ihren Traum von der großen Freiheit, auch wenn der Hintern wehtut und die Sehnen zwicken. Aber alles in allem läuft es bislang prächtig für die Weltumradler Magda Mayerhoffer (aus Roxel) und Manu Winkler (aus Kinderhaus). Mitte April sind die beiden in Münster aufgebrochen, inzwischen haben sie Deutschland, Österreich und Slowenien hinter sich gelassen, Italien leicht gestreift, ein Stück Kroatien durchradelt und Ungarn erreicht. „Allein gestern haben wir über 100 Kilometer geschafft“, erzählt Manu. „Inzwischen fühlen wir uns auf dem Rad richtig zu Hause.“

Übernachtet wird überall da, wo Platz für das Zelt ist. Nachdem es beim Wildzelten Ärger gab, die beiden außerdem einmal versehentlich das Zelt auf einem Golfplatz aufgeschlagen hatten (und frühmorgens klammheimlich aufbrechen mussten), klingeln sie vorher in anliegenden Häusern, um höflich zu fragen, ob sie eine benachbarte Wiese nutzen dürfen. Erfolgsquote: sagenhafte 100 Prozent. „Anfangs mussten wir uns aber erst mal überwinden“, räumt Manu Winkler ein.

Der Lohn fürs Fragen besteht dabei nicht nur in der positiven Antwort. „Wir kriegen auch ganz viele Einblicke in Familien“, erzählt Magda via WhatsApp. „Das ist schon etwas sehr Besonderes.“ Am Bodensee wurde das Paar spontan zu einer Familienfeier eingeladen – mit Flammkuchen aus dem Steinofen und Baden unterm Sternenhimmel im 32 Grad warmen Pool.

In Slowenien fragte eine Familie die deutschen Radler, die sich bei Regen untergestellt hatten, ob sie nicht auf einen Kaffee hineinkommen wollten. „Anderswo wurde uns sogar schon morgens um 11 Uhr ein Schnaps angeboten“, lacht Magda.

In Kroatien klingelten die Beiden bei einem älteren Ehepaar, das kein Englisch sprach, und halfen sich mit einem eigens für solche Fälle vorbereiteten Schild, auf dem nur zwei kroatische Sätze standen. Übersetzt: „Wir radeln um die Welt.“ Und: „Können wir in Ihrem Garten unser Zelt aufschlagen?“ Stattdessen wurden sie aufgefordert, hereinzukommen, durften im ehemaligen Zimmer des Sohnes übernachten und wurden „aufs Köstlichste bekocht“.

Einzigartige Erfahrungen macht das Paar unterwegs auch in Schulen, in denen es Kindern von seiner Weltreise erzählt (wir berichteten). „In Ljubljana war’s megaaufregend“, sagt Magda. Statt wie sonst vor kleinen Gruppen durften die Beiden dort vor rund 60 Schülern sprechen - ein Lehrer übersetzte das Gesprochene ins Slowenische.

Mehr als 2000 Kilometer sind die Münsteraner bisher pannenfrei geradelt, haben dabei in Österreich den Arlbergpass (1800 Meter) sowie Obertauern (1740 Meter) erklommen und ganz oben ein Selfie im Schnee geschossen. Von Kroatien ging es weiter nach Ungarn – und damit erstmals auf bislang unbekanntes Terrain. „Wir mussten gestern noch mal nachschauen, womit man da eigentlich zahlen muss“, erzählt Manu. An das Geldtauschen werden sich die beiden allerdings gewöhnen müssen. Die Euro-Zone haben sie nämlich hinter sich: Nach Ungarn (Forint) stehen als nächstes Serbien (Dinar) und Bulgarien (Lew) auf dem Reiseplan des weltumradelnden Duos.

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