Kneipenvorlesung des Heimat- und Kulturkreises mit Roxeler Schulleitern
Plädoyer für längeres gemeinsames Lernen

Münster-Roxel -

„Schule steht an erster Stelle, wenn es um die Zukunft der Gesellschaft geht“, sagt Dr. Paul Ottmann vom Roxeler Heimat- und Kulturkreis. Da verwunderte es nicht, dass der Kreis zwei Schulleiter aus dem Heimatort als Referenten zur Kneipenvorlesung eingeladen hatte.

Freitag, 13.09.2013, 23:09 Uhr

Kneipenvorlesung zum Thema Schule (v.l.): Bernhild Kemme, Dr. Paul Ottmann, Heimat- und Kulturkreis-Chef Hans-Dieter Schmitz und Reiner von Borzyskowski.
Kneipenvorlesung zum Thema Schule (v.l.): Bernhild Kemme, Dr. Paul Ottmann, Heimat- und Kulturkreis-Chef Hans-Dieter Schmitz und Reiner von Borzyskowski. Foto: tu

Im „Hörsaal“ der Gaststätte Kortmann saßen bei der jüngsten Kneipenvorlesung (Thema: „Es ist Schule – und alle Kinder wollen hin!“) nicht ohne Grund etliche Eltern und Lehrer: Ein Plädoyer für längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung hielten Reiner von Borzykowski, Leiter der Sekundarschule, und Bernhild Kemme, Leiterin der Augustin-Wibbelt-Schule.

„Wir Lehrer sind ganz nah an den Schülern dran“, betonte von Borzykowski und beschrieb am Beispiel der Segelstunde das „selbstbestimmte Lernen“ der Fünft- und Sechstklässler an der Sekundarschule. Keine Hausaufgaben, stattdessen eigenverantwortlich geführte Wochenarbeitspläne: Die Aufgabenstellung in der Schulstunde am Aasee erfolge zudem in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch.

Zuvor gab es eine dezidierte Erläuterung des nordrhein-westfälischen Schulsystems inklusive neuer Trends wie dem münsterischen Primus-Projekt (gemeinsames Lernen bis zur zehnten Klasse). Elemente dieser Schulform würden in der Sekundarschule umgesetzt: Die 167 Schüler lernten teils jahrgangsübergreifend (Klasse fünf und sechs). Für die siebten bis zehnten Klassen bleibe der Klassenverband bestehen, Leistungsdifferenzierung wie auf einer Gesamtschule soll es ebenfalls geben.

Bernhild Kemme sprach vom Wunsch der Eltern nach dem „klassischen Gymnasium“, der „bröckelnden Realschule“ und der „Hauptschule, die hinten herunterfällt“. Die Förderschulen, unterstrich die Schulleiterin, dürften keinesfalls verschwinden.

Angesichts zahlreicher, teils kontroverser Kommentare und Fragen aus dem Publikum dürfte sich die Einschätzung von Dr. Paul Ottmann erfüllt haben. Man habe, so das Vorstandsmitglied des Heimat- und Kulturkreises, bewusst ein „provokantes Thema“ gewählt: „Denn Schule steht an erster Stelle, wenn es um die Zukunft der Gesellschaft geht!“

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