Wintereinbruch

Fr., 03.02.2012

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Bis minus 15 Grad läuft alles rund

Wintereinbruch : Bis minus 15 Grad läuft alles rund

Diese Herren sind auf den ersten Blick nicht als Läufer zu erkennen. Ausreichend warm anziehen und zumindest eine Mütze aufsetzen, ist bei diesem Wetter auch beim Joggen Pflicht. Foto: sch

Münster - 

Joggen bei diesem eiskalten Wetter. Geht das überhaupt? Wie soll man sich da denn anziehen? Thomas Schubert ist erfahrener Läufer, und er dreht auch bei Eiseskälte brav seine Runden. Hier verrät er, worauf man dabei achten sollte.


Brrrrr . . . Joggen bei diesem eiskalten Wetter. Geht das überhaupt? Wie soll man sich da denn anziehen? Du bist doch Läufer, schreib mal was aus deiner Sicht darüber“, sagen die Kollegen. „In einer Läuferstadt wie Münster müsste das doch viele interessieren.“ Meinetwegen denke ich – könnt ihr haben. Denn auch die klirrende Kälte, über die derzeit kollektiv gejammert wird, ist für mich kein Grund, die Laufschuhe im Regal stehen zu lassen. Und damit bin ich nicht der einzige.

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Als ich in dieser Woche meine morgendlichen Runden um den Aasee drehte, sind mir etliche andere Breitensportler begegnet, die trotz arktischer Temperaturen ebenfalls unverdrossen ihrem Hobby nachgehen, statt aufs heimische Laufband zu wechseln oder sich gar untätig in die eigenen vier Wände zurückzuziehen. Allen war gemein, dass sie sich dem Wetter entsprechend angezogen hatten. Mit der richtigen Bekleidung gibt es für gesunde Menschen eigentlich keinen Grund, dem geliebten Laufsport bei Minusgraden die kalte Schulter zu zeigen. Bis minus 15 Grad, sagen Sportmediziner, soll´s möglich sein.

Ich ziehe mich bei der derzeitigen Kälte nach dem Zwiebelprinzip an. Ein T-Shirt mit kurzen Arm, darüber eins mit langem Arm und als Außenschicht eine mittelschwere Läuferjacke – alles aus atmungsaktiven Sportfasern, schließlich soll nichts schweißnass am Körper kleben. Hinzu kommen die lange Thermolaufhose, Handschuhe und – ganz wichtig – zwei Schlauchtücher. Eines dieser Multifunktionstücher wärmt als Stirnband den Kopf (eine Mütze würde dies natürlich auch tun), das andere spannt sich über Mund und Nase, lässt aber einen Hohlraum. Dieser hilft, die kalte Luft vor dem Einatmen zu erwärmen, was gut funktioniert und damit dem Auskühlen der Lunge einen Riegel vorschiebt, Schleimhäute und Bronchien schont. Manch einer, dem ich begegnet bin, scheint dies auch mit einem vors Gesicht gebundenen Schal gut hinzukriegen.

Empfehlenswert ist, beim derzeitigen Eismann-Wetter möglichst mit gemäßigtem Tempo zu laufen. Denn je schneller man unterwegs ist, desto mehr und desto tiefer muss die kalte Luft eingeatmet werden.

Ein Fehler ist es, sich beim Laufen im Winter zu dick einzupacken. Wer losläuft und dabei anfangs ein wenig fröstelt, ist richtig angezogen, lautet die goldene Läuferregel. Apropos Schuhe: Auch bei Minusgraden sollte ein Jogger mit seinem Standardlaufschuhen und – vielleicht etwas dickeren – Socken gut zurecht kommen: Ich zumindest friere nicht, denn beim Laufen werden die Füße auch bei Minusgraden ausreichend warm. Und anschließend geht´s bei diesen Temperaturen ohnehin möglichst schnell ins Warme, um gar nicht erst auszukühlen und mir eine Erkältung einzufangen.

Aus meiner Sicht gibt es nur zwei ernst zu nehmende Gründe, im Winter nicht dem Laufsport zu frönen: Eisglätte, bei der das Joggen zur gefährlichen Rutschpartie werden kann, sowie Infekte. Fieber, verstopfte Nase und nicht enden wollendes Halskratzen haben mich schon mal gut zwei Laufwochen gekostet.

 Thomas Schubert


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