Fr., 08.09.2017

Protest gegen Windräder in Sandrup „Einfach zu nah dran“

Bürger aus Sandrup wehren sich gegen die Stadtwerke-Planung, Windräder in nur 380 Metern Entfernung von ihrer Siedlung zu bauen.

Bürger aus Sandrup wehren sich gegen die Stadtwerke-Planung, Windräder in nur 380 Metern Entfernung von ihrer Siedlung zu bauen. Foto: kaj

Münster-Sprakel - 

Während im neuen Landtag im Koalitionsvertrag für Windräder ein Mindestabstand von 1500 Metern beschlossen worden sei, sollen „hier Anlagen in einem Abstand von nur 380 Metern“ von der Wohnbebauung gebaut werden, stellt Burkhard Bölling von der Interessengemeinschaft Sandrup fest. Sie wendet sich gegen den Bau von zwei Windrädern nah an ihrer Siedlung und wird sich juristischen Beistands versichern.

Von Katrin Jünemann

Die Zeichen stehen auf Konfrontation. Während im neuen Landtag im Koalitionsvertrag für Windräder ein Mindestabstand von 1500 Metern beschlossen worden sei, sollen „hier Anlagen in einem Abstand von nur 380 Metern“ von der Wohnbebauung gebaut werden, stellt Burkhard Bölling von der Interessengemeinschaft Sandrup fest. Sie wendet sich gegen den Bau von zwei Windrädern nah an ihrer Siedlung und wird sich juristischen Beistands versichern.

Das ist das Ergebnis einer Zusammenkunft am Donnerstagabend auf dem Heimathof in Sandrup. Erst in der Woche zuvor hatten die Stadtwerke mit einer Info-Messe im Sportheim für ihr Vorhaben geworben.

Bis zum 30. September besteht für die Bürger noch die Möglichkeit, ihre Einwände gegen den Bau während der laufenden Offenlegung bei der Bezirksregierung Münster zu artikulieren.

Das werden die Sandruper auf jeden Fall tun. Aber damit lassen sie es nicht bewenden. Die Inter­essengemeinschaft hat sich intensiv mit den Gutachten zu den in Sandrup geplanten Windrädern befasst: Mitglieder, die sich beruflich mit den unterschiedlichen Untersuchungsschwerpunkten auskennen, haben die Gutachten durchforstet.

Gutachten, die gegen die Windräder sprachen, gab es nicht. Sie hätten stets damit geendet, dass einem Bau nichts entgegenstehe.

Das sieht man in Sandrup ganz anders. Am Ende zog Sprecher Burkhard Bölling, der die Sitzung im Heimathaus moderierte, schließlich als Fazit: „Die Gutachten sind vage oder treffen nicht zu.“ In den Gutachten seien „größere Abstände genannt als im Bauantrag der Stadtwerke“, nannte er ein Beispiel. Auch stimmten die Visualisierungen der Windräder nicht.

Die ortskundigen Sandruper haben etliche Ansatzpunkte gefunden, die ihre Zweifel nähren. Das reicht von Aussagen zu Siedlungs- und Landschaftsstruktur sowie Ökologie bis hin zu baulichen Aspekten oder Parametern, die auf Sandrup angewendet werden, aber aus entfernten Landstrichen – etwa vom Teuto – stammen. Zudem seien die Windräder im Einzugsgebiet des Wasserwerks Kinderhaus geplant – das aber 2021 aufgegeben werden soll, wie Stadtwerke 2016 angekündigt hatten. In den Gutachten gebe es etliche Graufelder, was belastbare Werte anbelange.

Die Bewohner der Sandruper Siedlung werden prüfen lassen, was sich juristisch für eine Klage gegen die Industrieanlagen verwenden lässt.

„Einfach. Näher. Dran“ – diesen Slogan der Stadtwerke übersetzt man in Sandrup so: „Einfach zu nah dran.“

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