Taubensport ist ein besonderes Hobby
Liebe macht Tauben schnell

Münster-Sprakel -

Andreas Laserich landete auf dem ersten Platz der Meisterschaft der Reisevereinigung (RV) Westfalia Münster, Helmut Mensing auf dem zweiten.

Mittwoch, 28.03.2018, 19:03 Uhr

Hellwach sind die Tauben in den Schlägen.
Hellwach sind die Tauben in den Schlägen. Foto: kaj

Sie haben schnelle Tauben – und wurden deshalb im März Stadtmeister. Andreas Laserich landete auf dem ersten Platz der Meisterschaft der Reisevereinigung (RV) Westfalia Münster, Helmut Mensing auf dem zweiten. Die beiden Sprakeler verstehen sich gut, sind dem Taubensport seit Jahrzehnten verbunden und erfolgreich. In der vorigen Saison lagen sie oft ganz vorne und haben auch gewonnen.

Schnell sind ihre Tauberiche bei Preisflügen, weil sie sich auf die Täubinnen freuen: Nach dem Flug dürfen sie direkt zur Gefährtin. „Tauben sind treu, sie kommen immer zum selben Weibchen zurück“, erklärt Helmut Mensing. Nach einer ausgiebigen Begrüßungszeit geht es dann aber wieder in getrennte Schläge. Sie sind aber nur optisch getrennt, hören können sich die Paare.

Ihrem Hobby widmen Laserich und Mensing täglich morgens und abends mindestens eine Stunde: Fliegen lassen (nach Geschlechtern getrennt), füttern, sauber machen. Schauen, ob alles in Ordnung ist. Alarmzeichen seien dunkle Nasenwarzen, Teilnahmslosigkeit, tränende Augen oder wenn sich Tauben bei Morgenflug gleich aufs Dach setzten. Tauben können bis zu 20 Jahre alt werden, berichten Laserich und Mensing.

Helmut Mensing (l.) und Andreas Laserich sind in ihrem Hobby erfolgreich und im März Stadtmeister geworden

Helmut Mensing (l.) und Andreas Laserich sind in ihrem Hobby erfolgreich und im März Stadtmeister geworden Foto: Katrin Jünemann

Schaut man in die Futterkammer, gibt es dort Kräuter-Mischungen, die auch Menschen zu sich nehmen könnten: unter anderem mit Anis, Thymian, Fenchel – riecht gut.

Geimpft werden die geflügelten Hochleistungssportler auch: zum Beispiel gegen den Paramyxovirus.

Bis Ende Februar ist Familienzeit. „Dann ziehen die Tauben ein bis zwei Junge auf“, berichtet Andreas Laserich. Anschließend werden sie getrennt, und der sportliche Teil des Jahres beginnt.

Damit die Vögel bei den Preisflügen gute Ergebnisse erzielen, wird trainiert. Das Training mit der Reisevereinigung beginnt im April, geflogen wird bis September. In einem „Tauben-Kabinenexpress“ reisen die Vögel zum Auflass-Ort. Die Wetterlage werde sorgfältig gecheckt, erläutert Andreas Laserich. Sturm, Gewitter oder Dauerregen seien Gründe, Tauben nicht fliegen zu lassen. Die Tauben legen Strecken zwischen 200 und 600 Kilometern zurück. Wie schnell sie sind, hängt vor allem vom Wind ab: Bei „Kopfwind“, wie Taubensportler den Gegenwind nennen, schafften sie 60 bis 75 Kilometer pro Stunde, bei Rückenwind sogar über 100 km/h. Im Schnitt seien es 75 bis 80 Kilometer, erläuterten die Taubensportler. Startpunkte sind speziell genehmigte Auflassplätze. Die Taubensportfreunde aus Münster lassen ihre Tauben vor allem aus Südost-Richtung zurück in den heimischen Schlag fliegen.

Tauben sind ein besonderes Hobby, der Nachwuchs bei den Züchtern indes sei rar. Vielleicht, weil es heute viele andere Angebote gebe, schätzen die Sprakeler. Laserich: „Als ich angefangen habe, gab es sonst nur Fußball.“ Aber einmal vom Taubensport-Virus infiziert, „bleibt man dabei“, sind sich beide einig.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5625130?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F143%2F
Jens Spahn schließt höhere Beiträge zur Pflegeversicherung nicht aus
Alle Hände voll zu tun: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn steht in seinem Ressort vor großen Aufgaben. Mit dem Abbau von Problemen will er auch zur Lösung der Vertrauenskrise in der Politik beitragen.
Nachrichten-Ticker