Umzug in Münsters Norden
So., 05.02.2012
Karneval: 46 Wagen und Fußgruppen ziehen durch Sprakel
Münster-Sprakel - "Dick eingepackt ist gut gefeiert.“ Diese etwas holperige Volksweisheit beweist aber zumindest in Sprakel seine Gültigkeit. Denn bei Temperaturen im Minusbereich müssen sich die Narren warm anziehen, um nicht gleich in den ersten Minuten kalte Füße zu bekommen.
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Und egal, wen man fragt: Lange Unterhosen und ein dicker Pulli sind Pflicht beim ersten Umzug des Münsterlandes. Auch Prinz Frank I. macht da keine Ausnahme: Hoch auf dem Wagen winkt er seinem närrischen Volk zu, dass lauthals nach Bonbons schreit und mit Helau-Rufen die Stimmung anheizt.
„Ist doch Ehrensache, dass man mitmacht“, so Franky, der gleich mit einer ganzen Clique unterwegs ist. Arzt und Krankenschwester soll es in diesem Jahr sein. „Da kann an wenigstens Klamotten drunter ziehen – auch wenn unsere Frauen es lieber sexy in kurzen Röcken mögen.“ Doch mit denen will der Mittvierziger nicht tauschen. „Das ist mir doch zu kalt.“ Da widerspricht aber sein Frau energisch: „Dann müssen es eben zwei Strumpfhosen übereinander sein.“
Insgesamt 46 Wagen aus dem gesamten Münsterland, unter anderem aus Nottuln, Havixbeck und Everswinkel, sorgen für ein buntes Bild: Klar, dass sie auch die aktuelle Politik auf die Schüppe nehmen. Da ist es die Akropolis, von der man sich in Griechenland verabschieden kann aufgrund der Finanzkrise, die Tierärzte, die einfach nicht mehr können und natürlich das 50-jährige Jubiläum der Karnevalinteressengemeinschaft Sprakel, die den Zug organisiert.
Ein besonderes Schmankerl für die Traditionalisten und älteren Zuschauer: Den Auftakt macht der Wagen der Gründerkinder. Mit der Räucherkammer begann der Karneval in Sprakel –und mit geklauten Würsten, die symbolisch an die Zuschauer zurückgegeben werden. „Es sind wirklich die Kinder der Gründerväter, die den Karneval in Sprakel ins Leben gerufen haben“, so Volker Leda, Urgestein der KIG.
Bei strahlendem Sonnenschein genießt Prinz Rank sein Volk, während die Kinder vor den Wagen nach den Bonbons greifen. „Es ist einfach eine besondere Atmosphäre“, freut sich Mutter Kathrin. In Sprakel sei der Karneval noch sehr familiär, nicht so anonym wie in der Stadt. „Das heißt nicht, dass der andere Umzug schlecht ist, aber in Sprakel kennt man sich einfach und zur Not kann man auch schon mal die Toilette vom Nachbarn benutzen, ohne groß zu fragen.“
Standort
Sprakel, Münster|
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