Do., 23.02.2012

11. GaLaBau-Symposium im Gartenbauzentrum Wolbeck Nachhaltigkeit für grüne Daumen

11. GaLaBau-Symposium im Gartenbauzentrum Wolbeck : Nachhaltigkeit für grüne Daumen

Einen interessanten Spannungsbogen schlugen Bischöfin i.R. Maria Jepsen und Kabarettist Jürgen Becker mit ihrer jeweiligen Betrachtungsweise des Themas Nachhaltigkeit. Dazwischen kamen Experten und Praktiker zu Wort. Foto: beg

Münster-Wolbeck - 

Werte. Ein schlichter und unerwarteter Titel für das 11. GaLaBau-Symposium, zu dem sich gestern 145 Garten- und Landschaftsbauer im Gartenbauzentrum Wolbeck trafen. Wie steht‘s mit den Werten in der grünen Branche?

Von Bettina Goczol

Werte. Ein schlichter und unerwarteter Titel für das 11. GaLaBau-Symposium, zu dem sich gestern 145 Garten- und Landschaftsbauer im Gartenbauzentrum Wolbeck trafen. Bei Werten denken viele Menschen an Ehrlichkeit und Vertrauen. In Zeiten von Banken-, Euro- und Bundespräsidentenkrise seien diese Werte zum Teil schändlich missbraucht worden, so GaLa-Bau-Referent Markus Reher der Landwirtschaftskammer NRW einleitend. Und wie steht‘s mit den Werten, mit der Nachhaltigkeit in der grünen Branche?

„Das Thema Werte ist nicht nur in der Politik aktuell“, erklärte Organisator Reher im WN-Gespräch. „Nachhaltigkeit ist eigentlich ein Begriff aus der Forstwirtschaft.“ Heute müsse man sich fragen: „Wie nachhaltig ist eigentlich der Nachhaltigkeits-Boom der 1980er Jahre?“ War die Öko-Welle damals eher wirtschaftsfeindlich, so sei sie heute „eine bedeutende Wirtschaftskraft und zu einem Job-Motor geworden“.

Worin sich Nachhaltigkeit ausdrückt, beschrieben Praktiker und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Perspektiven. Zum Beispiel aus der theologischen: Bischöfin i.R. Maria Jepsen verknüpfte ihre Ausführungen mit vielen Pflanzengeschichten, angefangen von der Widerstandsbewegung der Weißen Rose bis hin zum Märchen von der Prinzessin auf der Erbse. Sie stellte den Wert von Sachen, Sachwerte oder Wertsachen – in Frage und stellte sie der wohltuenden Wirkung und Symbolkraft der Natur gegenüber. „Nach meinem Tod wird man Blumen über mir niederlegen. Keine Handys.“

Nachhaltigkeit als Maßstab für öffentliche Grünflächen beleuchtete Prof. Cordula Loidl-Reisch. Will man Nachhaltigkeit in messbare Kategorien fassen, bedeute dies zugleich mehr Bürokratie. Wie lässt sich nachhaltige Grünflächengestaltung in Cent und Euro ausdrücken? Wieviel ist ein Baum wert, der bei einem Verkehrsunfall irreversibel beschädigt wurde? Darauf versuchte Dr. Hans-Joachim Schulz Antworten zu geben – so unterhaltsam verpackt, was die Zuhörer zuweilen den Aschermittwoch vergessen ließ, Nachhaltigkeit heißt aber auch umweltgerechtes Wirtschaften und Ausbildung auf höchstem Niveau, so eine weitere Facette.

Den Spannungsbogen des Programms schloss der Kabarettist Jürgen Becker mit seinen kirchen- und gesellschaftskritischen Spitzen. Der Rheinländer philosophierte munter über Gott und die (Garten-)Welt und unternahm muntere Streifzüge zwischen Gartenkunst und Gartencenter.

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