Opa, Sohn und Enkelin der Familie Laumann sind im ZiBoMo aktiv
So., 19.02.2012
Drei Generationen – eine Leidenschaft
Walter, Torsten und Leandra Laumann (v.l.) sind alle drei in der KG ZiBoMo aktiv: Walter Laumann – ehemals Geschäftsführer – ist heute Museumsbeauftragter, Torsten Laumann ist Schatzmeister und Leandra ist Tänzerin,
Münster-Wolbeck -
Der Karnevalsvirus grassiert in der Familie Laumann schon seit fast fünf Jahrzehnten. Heute stehen drei Laumann-Generationen aktiv in Diensten der KG ZiBoMo: Leandra (7) als Tänzerin der Little Sunshines, Vater Torsten (39) als Schatzmeister sowie Opa Walter (72) als Kiepenkerl und Beauftragter für das ZiBoMo-Museum.
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Angesteckt mit dem ZiBoMo-Virus hat sich Walter Laumann 1966, als Schwiegervater Willy Rüther als Hippenmajor amtierte. Walter Laumann war ausgerechnet aus Albersloh zugezogen, jenem Nachbarort, mit dem Wolbeck eine „innige Feindschaft“ pflegt. Aber der Karneval überwindet Grenzen und Vorurteile und so war es schon so etwas wie ein Ritterschlag, dass ein Albersloher in Wolbecks ZiBoMo Verantwortung übernehmen durfte. 1990 amtierte Walter Laumann als Hippenmajor, Sohn Sven war Jugendhippenmajor. 1991 übernahm Walter Laumann als Geschäftsführer Verantwortung. Lotti Krekel, Wolfgang Petri und das Kölner Dreigestirn holte er nach Wolbeck. Um die Jahrtausendwende stellte sich die ZiBoMo neu auf: Das Mammutprojekt ZiBoMo-Museum musste gestemmt werden. Torsten Laumann rückte 2000 als Schatzmeister in die erste Vorstandsreihe auf und arbeitete noch zwei Jahre parallel mit seinem Vater. „Mein Vater machte das Gala-Programm und ich kriegte die Rechnung“, skizziert Torsten Laumann augenzwinkernd die Aufgabenteilung. Welten liegen zwischen der Vereinsführung der frühen Jahre und den heutigen Anforderungen. „Salopp gesagt, wurden die Verträge früher auf einem Bierdeckel gemacht“, meint Torsten Laumann. „Heute hängt viel mehr dran: Allein das Sicherheitskonzept für den ZiBoMo-Umzug ist 30 Seiten lang. Wir bewegen Summen beinahe im sechsstelligen Bereich und müssen eine Umsatzsteuererklärung machen wie eine Firma.“ Der Quantensprung wurde auch möglich durch die Verlegung des Festzelts an die Hofstraße, das mit 1300 Quadratmetern fast dreimal so groß ist wie das alte auf dem Marktplatz. Damit der Laden läuft, investiert Schatzmeister Torsten Laumann viel Zeit. „Mindestens 365 Stunden im Jahr.“ Wann immer ein Problem gelöst werden muss, klingelt sein Handy. An den ZiBoMo-Tagen fast permanent. So musste er kurzfristig 800 Quadratmeter Teppichboden für das Festzelt organisieren und 3000 Liter Heizöl. „Am ZiBoMo-Wochenende komme ich nur kurz zum Duschen und Umziehen nach Hause und bin ansonsten permanent unterwegs“, erzählt Laumann. „Den ZiBoMo-Umzug habe ich seit dem Jahr 2000 nicht mehr gesehen – einfach keine Zeit.“ Seine Frau Susanne trägt‘s mit Fassung. Torsten Laumann weiß das zu schätzen und zieht Grenzen. Die höfliche Anfrage, ob er Hippenmajor werden wolle, hat er zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt. „Man sollte niemals nie sagen. Aber in absehbarer Zeit geht es nicht – sonst würde wahrscheinlich mein Schlüssel nicht mehr in die Haustür passen.“ In der aktuellen Session mischt auch Töchterchen Leandra aktiv im Karneval mit. Erstmals tanzte sie in dieser Session mit den Little Sunshines den Showtanz „Fische rocken Mee(h)r“. Die Leichtigkeit, mit der Tänzerinnen Räder schlagen und Spagat machen, ist hart erarbeitet. Zweimal in der Woche trainiert sie eineinhalb Stunden plus dreitägigem Trainingslager. In dieser Session hatte Leandra „nur“ acht Showtanzauftritte; wenn sie im nächsten Jahr auch beim Gardetanz und im Marschblock mittanzt, könnte es locker das Dreifache werden, meint Mutter Susanne Laumann. Der Einsatz – vor allem der Trainerinnen – sei beachtlich. „Für einen Fünf-Minuten-Auftritt sind die Mädchen einschließlich Anfahrt, Schminken und Vorbereiten drei bis vier Stunden unterwegs.“ Doch die Familie steht hinter Leandras Hobby, das auch eines Tages Justinas Leidenschaft werden wird. Die kleine dreijährige Schwester übt schon fleißig im Wohnzimmer mit. Beim großen Sonntagsfrühschoppen nach der Schlüsselübergabe hat sogar Vater Torsten einmal etwas Zeit, den Wolbecker Karneval zu genießen. „Das ist die einzige Gelegenheit am ZiBoMo-Wochenende, bei der die ganze Familie zusammen ist.“
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