Do., 17.09.2015

Diakon Ralf Bisselik stellte die Situation der Flüchtlinge in Münster-Südost vor. Die Not, die Hilfe und die Spenden

Ralf Bisselik (stehend) erläuterte im Wolbecker Awo-Treff die gegenwärtige Situation der in Münster-Südost untergebrachten Flüchtlinge.

Ralf Bisselik (stehend) erläuterte im Wolbecker Awo-Treff die gegenwärtige Situation der in Münster-Südost untergebrachten Flüchtlinge. Foto: jans

MÜNSTER-SÜDOST - 

Viele wollen helfen. Aber die Hilfe für Flüchtlinge muss gut koordiniert werden.

Von Jan Schneider

Einfühlsamkeit musste am Donnerstagnachmittag Ralf Bisselik , Diakon der Pfarrgemeinde St. Nikolaus , beweisen. Er stellte beim Themenkreis im Awo-Treff für den Ökumenischen Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Münster Südost die aktuelle lokale Flüchtlingssituation vor.

Nach der Begrüßung durch Organisatorin Marlene Benter-Camen zeigte Bisselik als Mitglied des „Steuerungsteams“ des Arbeitskreises auf, welche Hilfen im Moment für Flüchtlinge dringend nötig sind. Ohne die Hilfsbereitschaft der 20 Zuhörerinnen und Zuhörer verprellen zu wollen, wies er aber auch darauf hin, dass nicht jedes Hilfsangebot berücksichtigt werden könne. „Wir werden zugeschüttet mit Anfragen“, so Bisselik im Gespräch mit unserer Zeitung. Besonders Sachspenden würden oft angeboten.

Er machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass nicht jede dieser Spenden für die Flüchtlinge sinnvoll zu verwenden sei. Was sollten sie mit einer ausrangierten, aber noch gut erhaltenen Schrankwand oder einem ebenso schönen wie sperrigen Eichenschrank in ihrer Unterkunft anfangen?

Bisselik wies auch auf die unterschiedliche Situation der Flüchtlinge hin. Bei der Erstaufnahme in den Landeseinrichtungen würden die Flüchtlinge von den großen Hilfsorganisationen ausreichend versorgt, erklärte er. Bei der weiteren Unterbringung der Flüchtlinge auf kommunaler Ebene gebe es derzeit „keinen großen Bedarf an Sachspenden“. Auf diese örtlichen Ebene kümmert sich der Arbeitskreis um Flüchtlinge in Münster-Südost. Falls nötig, würde jeweils durch die Helfer über E-Mail, Facebook oder auch Pressemeldungen konkret nachgefragt, wenn zum Beispiel noch Kinderwagen fehlten. „Ich kann da nur um Verständnis werben“, erklärte Bisselik. Ein wenig anders sehe es freilich aus, wenn Flüchtlinge aus der Unterkunft in eine Wohnung ziehen könnten: „Dann sind Möbel wieder ein Thema.“ Aber dann werde auch wieder „ganz gezielt gesucht“.

Ehrenamtliche Unterstützung benötige der Arbeitskreis aber weiter – und Geld natürlich auch. Nur so könnten individuelle Hilfen oder auch weitere Deutschkurse angeboten werden.

Der über 150 Mitglieder zählende Arbeitskreis startete vor zwei Jahren mit der Hilfe für die auf dem Hof Buddenbäumer und in Containern am Brandhoveweg untergebrachten 60 Menschen. Deutschkurse, Schulbegleitung, Hausaufgabenbetreuung und Frauentreffs wurden organisiert. Seit Ende 2014 sind die Helfer auch für die in der Heidestraße (50 Flüchtlinge) und am Angelsachsenweg untergebrachten Menschen aktiv. Der Standort Angelsachsenweg werde bald mit 400 Flüchtlingen komplett belegt sein so Bisselik. Generell seien die Hälfte aller Menschen, die im Stadtbezirk eine neue Heimat suchten Kinder oder Jugendliche. Es gibt viel zu tun.

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