Fr., 13.11.2015

Rat stimmt Beschlussvorlage zu „Besser keine Versprechungen mehr“

Die Flüchtlingsunterkunft  auf der alten Hofstelle Buddenbäumer bleibt nach Ratsbeschluss auf jeden Fall solange bestehen wie der entsprechende Bedarf besteht.

Die Flüchtlingsunterkunft  auf der alten Hofstelle Buddenbäumer bleibt nach Ratsbeschluss auf jeden Fall solange bestehen wie der entsprechende Bedarf besteht. Foto: na

Münster-Südost - 

Der Rat der Stadt Münster beschließt Erhalt der Notunterkünfte auf Hof dem Buddenbäumer solange der entsprechende Bedarf besteht.

Von Martina Schönwälder

In keiner Form voraussehbar, schon gar nicht kalkulierbar war die Entwicklung der Flüchtlingsströme nach Deutschland, als der Rat der Stadt Münster am 17. April 2013 beschloss, auf der schon als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft genutzten Hofstelle Buddenbäumer Wohncontainer mit 50 weiteren Plätzen für Asylsuchende aufzustellen. Zeitlich befristet. „Diese Übergangslösung wird spätestens 2014 beendet sein,“ lautete der Beschluss damals. Und er macht deutlich, dass wie auch in der heutigen aktuellen Situation eine Einschätzung der Auswirkungen der explodierenden Entwicklung der Flüchtlingszahlen, kaum möglich ist.

Konkrete Konsequenz vor Ort zog die Bezirksvertretung Münster-Südost mit einer Anregung an den Rat auf seiner Sitzung am 11. November zu beschließen, „die vorläufige Flüchtlingsunterkunft am Brandhoveweg in Angelmodde – auch nach Fertigstellung der Wohnanlage am Tönskamp in Wolbeck – solange zu erhalten, wie die entsprechenden Liegenschaften nicht für den Ausbau der Bezirkssportanlage benötigt werden oder bis sich die Lage auf dem Gebiet der Unterbringung von Flüchtlingen soweit entspannt hat, dass der Stadt Alternativen zur Verfügung stehen.“

Der Rat der Stadt stimmte am Mittwochabend der Beschlussvorlage der Verwaltung, die dieser Empfehlung in etwas gekürzter Form entsprach fast einstimmig zu, nur die AfD votierte dagegen.

Matthias Kersting , SPD Ratsherr für Münsters Südosten, hatte bereits im Liegenschaftsausschuß angeregt, keine Versprechungen mehr über Zeiträume zu machen, wenn es um die Belegung von Notunterkünften gehe. „Wir können momentan ja praktisch nur wochenweise in die Zukunft gucken“, erklärte er auf Anfrage dieser Zeitung. Auch das Festlegen einer Maximalzahl von Flüchtlingen in Notunterkünften halte er für einen Fehler. Besser sei es, keinerlei Aussagen über Zahlen zu machen.

Mit den Wolbeckern hat es keine Probleme gegeben, als immer deutlicher wurde, dass die Verwaltung ihr Versprechen, die Container bis Ende 2014 abzubauen, nicht halten könnte. „Die Bereitschaft der Bürgerschaft, sich für die Flüchtlinge zu engagieren, war von Anfang an sehr groß“, sagt CDU-Ratsherr Karl-Georg Buddenbäumer. Und denkt da sicher auch an die Flüchtlingshilfe Südost, die sich rasch nach dem Bezug der Container gegründet hatte. Auch er vertritt die Ansicht, dass es ein Festlegen von Fristen in der momentanen Situation nicht mehr geben sollte. Für CDU- Ratsmitglied Horst Karl Beitelhoff war die große Zustimmung im Rat absolut keine Überraschung. „Wir müssen eben wirklich alles möglich machen, damit bestehende Unterkünfte nicht wieder abgebaut werden, weil ein Versprechen der Verwaltung vorliegt“, so Beitelhoff.

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