Mi., 19.10.2016

Im Alter von 79 Jahren verstarb Ruth Beitelhoff Trauer um „die Müllerin“

Ruth Beitelhoff war eng mit der Geschichte Wolbecks verbunden. Am 17. Oktober verstarb die für lange Zeit einzige Müllerin von NRW.

Ruth Beitelhoff war eng mit der Geschichte Wolbecks verbunden. Am 17. Oktober verstarb die für lange Zeit einzige Müllerin von NRW. Foto: Beitelhoff

Münster-Wolbeck - 

Sie war nicht nur die Senior-Chefin eines Wolbecker Traditionsbetriebs. Ruth Beitelhoff hatte selbst jahrelang im Bioladen an der früheren Wassermühle gestanden. Sie war eine Institution und das, was man „Wolbecker Urgestein“ nennt. Am 17. Oktober verstarb die gelernte Müllerin nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren.

Von Iris Sauer-Waltermann

Das Leben der Wolbeckerin war eng mit der Geschichte des Ortes verbunden. Am 29. Januar 1937 wurde sie als Ruth Schwegmann in eine traditionelle Müllerfamilie hineingeboren. Die Eltern betrieben am Flüsschen Angel eine Wassermühle, die bereits 1756 erstmals urkundlich erwähnt worden war. Aber es wurde nicht nur Getreide gemahlen, später produzierte die Familie Schwegmann auch Strom für Wolbeck, und viele Jahre lang wurde hier ein großes Sägewerk betrieben.

Ruth Beitelhoff hat selbst das Müllerhandwerk erlernt und war zeitweilig die einzige Müllerin in ganz Nordrhein-Westfalen. Schon früh arbeitete sie im elterlichen Betrieb mit, der in den 1950er Jahren in einen Landhandel mit Futtermitteln umgewandelt wurde.

Gemeinsam mit Ihrem Mann Horst Beitelhoff, der jahrelang Ratsherr der Stadt Münster war, begann Ruth Beitelhoff neben dem Getreidehandel Anfang der 1970er Jahre mit der Hühnerhaltung, die stetig ausgebaut wurde. Damals lebten zeitweise bis zu 8 000 Legehennen auf dem Mühlengelände.

Anfang der 1980er Jahre stellten die Beitelhoffs den Betrieb erneut um und betrieben auf dem Gelände fortan einen großen Zoo- und Gartenmarkt, bevor dort Ende der 1980er Jahre ein Biomarkt eröffnet wurde.

Egal, ob Zoohandel oder Biomarkt – stets stand Ruth Beitelhoff auch selbst hinter der Verkaufstheke und kannte quasi jeden Wolbecker. Vor etwa 15 Jahren begann sie, sich langsam aus dem Geschäft zurückzuziehen.

Am gesellschaftlichen Leben Wolbecks nahm sie nach wie vor rege teil, war bei verschiedenen Vereinsaktivitäten dabei und feierte mit beim Schützenfest und beim Karneval der ZiBoMo. Der Betrieb wird seit langem von ihrem Sohn Horst Karl Beitelhoff fortgeführt, der sich auf Geflügelprodukte spezialisiert hat, die er um Bio- und Wildangebote ergänzt.

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