Mit 70 Flüchtlingen begonnen
Gelungener Frühstart

Münster-Südost -

Der Goldene Bürgerpreis würdigt die Vorreiterrolle der Flüchtlingshilfe Münster-Südost.

Freitag, 08.12.2017, 17:12 Uhr

Ein Sommerfest mit buntem Programm organisierte die Flüchtlingshilfe Münster-Südost in diesem Jahr bereits zum dritten Mal.
Ein Sommerfest mit buntem Programm organisierte die Flüchtlingshilfe Münster-Südost in diesem Jahr bereits zum dritten Mal. Foto: Bisselek

„Ja, ich war schon sehr überrascht. Damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Ralf Bisselek, Diakon in der Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster. Er gehört dem zehnköpfigen Koordinationsteam der Flüchtlingshilfe Münster-Südost an, die vor wenigen Tagen im Rathaussaal mit dem mit 5000 Euro dotierten Bürgerpreis in Gold ausgezeichnet wurde.

„Es war für die Jury sicher sehr wichtig, dass wir mit unserer Flüchtlingsarbeit so früh gestartet sind“, sagt Bisselik und blickt dabei auf den Herbst 2013 zurück, als die ersten Flüchtlinge, die kamen, auf dem ehemaligen Hof Buddenbäumer in eigens aufgestellten Containern Unterkunft fanden.

„Mit rund 70 Flüchtlingen haben wir begonnen“, erinnert sich der Diakon. Und was sich dann in Münsters Südosten in kurzer Zeit auf vielen Ebenen entwickelte, war eine beispielhafte Willkommensstruktur. Die Bereitschaft in der Bevölkerung, ehrenamtlich zu helfen, war so groß, dass in den Kirchengemeinden innerhalb kurzer Zeit ein Arbeitskreis „Flüchtlingshilfe Münster-Südost“ gegründet wurde, in dem sich die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster, die beiden evangelischen Gemeinden der Christuskirche und der Friedenskirche, der Friedenskreis St. Agatha, Diakonie und die Caritas zusammenschlossen. Die Zahl der Flüchtlinge vor Ort erhöhte sich innerhalb weniger Monate auf über 1000, was die Anforderungen natürlich ungemein erhöhte. „Wir haben viel Wert auf Schulungen und Informationsveranstaltungen gelegt“, erklärt Bisselik.

Das machte sich beim Höhepunkt der Flüchtlingswelle sehr bezahlt. Regelmäßige Treffen, bei denen sich die Ehrenamtlichen austauschen können, gehören nach wie vor zur festen Struktur des Arbeitskreises. Geändert hat sich dagegen die Betreuungsform. „Patenschaften spielen eine immer wichtigere Rolle“, betont der Diakon. Bei der Wohnungssuche behilflich zu sein, Aus- und Umzug zu organisieren, Hilfestellungen im neuen Umfeld zu leisten, hat jetzt Priorität. 150 Ehrenamtliche sind momentan im Einsatz. In unterschiedlichster Form, denn, so Bisselik: „Jeder soll so unterwegs sein, wie es nach seinen Kräften geht.“

Und der Blick wird trotz zurückgehender Flüchtlingszahlen weiter in die Zukunft gerichtet. Eine Studentengruppe wird eine Bedarfsabfrage starten. „Damit wir wissen, wo wir helfen können“, sagt Bisselik.

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