Treffpunkt für Flüchtlinge und interessierte Bürger
Start für Begegnungscafé

Münster-Wolbeck -

Raum ist in der kleinsten Hütte. Aber eben nicht viel – der winzige Treff am Turm platzte jedenfalls bei der Premiere des „Cafés International“ aus allen Nähten.

Freitag, 02.03.2018, 17:03 Uhr

Volles Haus zur Premiere: Das „Café International“ soll ein Treffpunkt für Flüchtlinge, ehrenamtliche Paten und interessierte Bürger sein. Es findet ab jetzt regelmäßig am ersten Donnerstag des Monats von 15 bis 17 Uhr im Treff am Turm statt.
Volles Haus zur Premiere: Das „Café International“ soll ein Treffpunkt für Flüchtlinge, ehrenamtliche Paten und interessierte Bürger sein. Es findet ab jetzt regelmäßig am ersten Donnerstag des Monats von 15 bis 17 Uhr im Treff am Turm statt. Foto: mlü

Ganz eng saßen und standen Flüchtlinge, ehrenamtliche Paten, Sozialarbeiter und interessierte Bürger zusammen. Überall waren sie miteinander in intensive Gespräche verwickelt. Was für Sinnbild für das Begegnungscafé!

Isgandarov Anar war vor zwei Jahren mit seiner Familie aus Aserbaidschan geflohen. Im Deutschunterricht in der Notunterkunft am Brandhoveweg lernte er die Ehrenamtliche Bärbel Canstein kennen. Stolz kann Isgandarov davon berichten, dass er jetzt eine Ausbildung als Elektroniker startet und seine Tochter am Schlaun-Gymnasium in Münster angenommen wurde. „Wenn Du jetzt Deutschunterricht an der Volkshochschule bekommst, sehen wir dort uns vielleicht“, freut sich Bärbel Canstein. „Ich besuche nämlich den Spanischkurs!“

Das Gespräch ist herzlich. Außerdem beschreibt der Dialog ganz gut, wie sich die Flüchtlingssituation in Wolbeck entwickelt hat: Im Leben der Flüchtlinge verändert sich gerade viel. Doch anders als früher sehen sich die Akteure nicht mehr täglich. „Viele Flüchtlinge wohnen jetzt in eigenen Wohnungen oder in festen Einrichtungen“, sagt Diakon Ralf Bisselik von der Flüchtlingshilfe Südost. „Manchmal fehlt dann eine Anlaufstelle, wenn sich Fragen ergeben.“

Das Begegnungscafé soll in diese Lücke vorstoßen. Es können Alltagsdinge, aber auch Migrationsthemen besprochen werden. „Es ist so gedacht, dass jeweils ein bis zwei Sozialarbeiter zusammen mit Freiwilligen vor Ort sind“, erläutert Manuela Willenborg für den Caritasverband der Stadt Münster und die Kirchengemeinde St. Nikolaus.

Besonders engagiert sich der ehemalige Ratsherr Kurt Pölling. An diesem Nachmittag muss er ständig neues Geschirr aus dem Pfarrheim herübertragen: Es kommen mehr Gäste als erwartet. „Ich glaube im nächsten Monat kommen noch mehr“, sagt Maria Elia. Die ehrenamtliche Dolmetscherin wird von den Flüchtlingen oft nur noch „Mama Maria“ gerufen. „Vielleicht wechseln wir ins Pfarrheim oder machen auch mal was am Tönskamp“, schlägt sie vor.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5562567?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F
Uniklinik holt Pflegekräfte aus Brasilien
„Bom dia“ (Guten Tag) und willkommen in Münster: Am Universitätsklinikum wurden die neuen Pflegeassistenten aus Brasilien begrüßt.
Nachrichten-Ticker