Gewerbegebiet östlich der Münsterstraße wächst nur langsam
Viel Platz auf der grünen Wiese

Münster-Wolbeck -

Das Gewerbegebiet östlich der Münsterstraße ist 17 Hektar groß. Doch zehn Jahre nach Fertigstellung werden nur drei Hektar von Firmen genutzt. Einer nicht-gewerblichen Nutzung des Areals erteilt die Wirtschaftsförderung dennoch eine klare Absage.

Dienstag, 17.04.2018, 17:04 Uhr

Der Gemüsebauer Runtenberg errichtet zwischen Amelunxenstraße und seinen Gewächshäusern am Grenkuhlenweg eine neue Halle. Auch das benachbarte Unternehmen „Crash Test Service“ expandiert in der Fläche. Doch insgesamt hält sich der Ansturm auf das Gewerbegebiet östlich der Münsterstraße in Grenzen.
Der Gemüsebauer Runtenberg errichtet zwischen Amelunxenstraße und seinen Gewächshäusern am Grenkuhlenweg eine neue Halle. Auch das benachbarte Unternehmen „Crash Test Service“ expandiert in der Fläche. Doch insgesamt hält sich der Ansturm auf das Gewerbegebiet östlich der Münsterstraße in Grenzen. Foto: mlü

Vor zehn Jahren wurde das 17 Hektar große Gewerbegebiet östlich der Münsterstraße fertiggestellt. Rund 1750 Meter Mischwasserkanäle wurden damals verlegt, rund 11 000 Quadratmeter Asphaltflächen hergestellt. Die Vermarktung jedoch verläuft schleppend. Gerade einmal drei Hektar Gewerbefläche wurden bislang verkauft.

Auch für die nahe Zukunft stehen nur kleinere Ansiedlungen ins Haus: 1,2 Hektar haben sich interessierte Firmen reserviert. Die Amelunxenstraße ist, von wenigen namhaften Ausnahmen abgesehen, nicht unbedingt für seine Firmen bekannt. Sondern dafür, dass dort so viele Beschäftigte aus dem benachbarten Classical Service Center ihre Autos parken.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Münster warnt jedoch davor, voreilig Alarm zu schlagen. Die Nachfrage ziehe gerade wieder an, weil anderswo Gewerbegebiete fehlten. „Es ist grundsätzlich immer wichtig, freie Flächen vorzuhalten“, erklärt Dieter Schewetzky von der Wirtschaftsförderung Münster. „Bei einer Firma ist es in der Regel so, dass eine Entscheidung jetzt möglich sein muss und nicht erst in zwei oder drei Jahren.“ Anders gesagt: Die Flächen müssen frei sein, wenn sie angefragt werden. Muss erst ein neues Gebiet erschlossen werden, sind die Gewerbetreibenden längst in andere Gemeinden abgewandert.

Mehrere religiöse Gruppen in Münster sind derzeit auf der Suche nach größeren Grundstücken. Im Falle der russisch-orthodoxen Gemeinde in Hiltrup und des buddhistischen Tempels Chua Phuong Quang in Gremmendorf hat die Stadt Münster ihre Hilfe bei der Suche nach geeigneten Standorten zugesagt.

Einer Ansiedlung im Gewerbegebiet östlich der Münsterstraße steht die Wirtschaftsförderung jedoch sehr skeptisch gegenüber: „Eine nicht-gewerbliche Nutzung ist schwierig. Wir haben einen eklatanten Mangel an Gewerbeflächen in Münster“, erteilt Schewetzky solchen Nutzungsarten eine klare Absage.

Was ist mit Flüchtlingsunterkünften? Noch vor zwei Jahren war die Amelunxenstraße als Standort einer neuen Einrichtung mit insgesamt 200 Plätzen im Gespräch. Geplant war ein Gebäude in Holzrahmenbauweise. „Das ist vom Tisch“, bestätigt Dieter Schewetzky. Am 16. Mai stimmt der Rat der Stadt Münster über neue Standorte von Flüchtlingswohnheimen ab. In Wolbeck sind demnach keine neuen Einrichtungen mehr geplant.

Wer das Gewerbegebiet wachsen sehen möchte, muss zum Grenkuhlenweg fahren: Der Gemüsebauer Runtenberg errichtet zwischen Amelunxenstraße und seinen Tomaten-Gewächshäusern am Grenkuhlenweg eine neue Lagerhalle. Mittlerweile sind bereits die Dachdecker im Einsatz. Auch das benachbarte Unternehmen „Crash Test Service“ expandiert.

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