Seit Monaten kämpfen die Wolbecker mit der Baustelle im Ortskern
Die Nerven liegen blank

Münster-Wolbeck -

Seit Monaten leiden die Wolbecker unter den Baustellen im Ortskern. Viele Geschäftsinhaber klagen über Umsatzeinbußen, aber auch bei den Autofahrern und vielen Anliegen liegen die Nerven zeitweise blank. „Baulärm, Hektik und lautes Hupen sind an der Tagesordnung“, erklärt Anita Greve, die selbst in der Franz-von-Waldeck-Straße wohnt. Am schlimmsten sei die Situation im Berufsverkehr zwischen 7 und 8.30 Uhr am Morgen.

Mittwoch, 13.06.2018, 00:00 Uhr

Die Hiltruper Straße ist in Richtung „Am Steintor“ eigentlich zurzeit Einbahnstraße. Die Fahrzeuge auf dem Foto verhalten sich also korrekt. Es wurden allerdings bereits genervte Autofahrer beobachtet, die falsch herum in die Straße einbogen.
Die Hiltruper Straße ist in Richtung „Am Steintor“ eigentlich zurzeit Einbahnstraße. Die Fahrzeuge auf dem Foto verhalten sich also korrekt. Es wurden allerdings bereits genervte Autofahrer beobachtet, die falsch herum in die Straße einbogen. Foto: isa

Die Franz-von-Waldeck-Straße ist zurzeit Einbahnstraße, trotzdem zwängt sich der Schleichverkehr durch den engen Verkehrsraum. Sogar ein (kleiner) Linienbus muss die Strecke nutzen, da die Straße „Am Steintor“ ebenfalls in eine Richtung gesperrt ist. Zusätzlich wird der Verkehr auf der Franz-von-Waldeck-Straße und in der Fortsetzung auf der Dirk-von-Merveldt Straße immer wieder durch nervenraubende Parkplatzsuche behindert. Der Hintergrund: Ein großer Teil der Stellflächen am Straßenrand und auf dem benachbarten Marktplatz fällt wegen der Baumaßnahmen weg.

„Immer wieder beobachte ich Autofahrer, die sich gegenseitig aus heruntergedrehten Fenstern anschreien und bedrohen“, berichtet Anita Greve. Sie selbst müsse oft minutenlang in der Ausfahrt warten, bis sie ihr Fahrzeug rückwärts auf die Straße setzen könne.

Auch andere Anlieger klagen über Staub, Lärm und Parkplatznot. „Vor allem am Mittwoch, wenn wegen des Wochenmarktes alle Plätze auf dem Marktplatz gesperrt sind“, erklärt ein Anwohner. Berichtet wird auch von Autofahrern, die genervt entgegen der Fahrtrichtung durch die Einbahnstraßen fahren.

Kritisch sehen viele Wolbecker die Unübersichtlichkeit der ganzen Baustelle rund um den Marktplatz. Anita Greve etwa bringt ihre Tochter zurzeit täglich zur Bushaltestelle am Berler Kamp. „Kinder sind mit der Verkehrsführung überfordert“, erklärt sie. Und sie habe schon mehrfach Autofahrer beobachtet, die weder den Zebrastreifen noch das Stoppschild an der Kreuzung Hiltruper Straße/Am Berler Kamp beachteten.

Ein weiteres Problem spricht Tanja Brandenfels an, die täglich im Ortskern unterwegs ist. Ihrer Beobachtung nach biegen viele Autofahrer zügig von der Hiltruper Straße links in die Straße Am Steintor ein. Dort sind kleinere, bei Grün querende Kinder wegen hoher Sperrbaken auf der Mittelinsel kaum sichtbar. Auch an anderen Stellen verdecken Baken die Sicht auf Kinder.

Man würde die Baustelle gern schneller zu Ende bringen, erklärt Egbert Hermann vom Tiefbauamt auf Anfrage der WN. Leider sei dies nur begrenzt möglich. „Im zweiten Quartal 2019 kommt die Vollsperrung der Hiltruper Straße/Am Steintor in beide Richtungen“, beschreibt er den weiteren Fortgang. Die übrigen Sperrungen würden dann aufgehoben. Man bemühe sich momentan darum, dass die Firmen dann auch samstags arbeiten. Vom Herbst an wird zumindest an der Franz-von-Waldeck-Straße Ruhe einkehren. „Die wird dann wegen Bauarbeiten voll gesperrt.“ Ansonsten könne man „nur an die Geduld und die Vernunft der Betroffenen appellieren“.

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