Wirtschaft Münster
Mi., 10.02.2010
200 neue Arbeitsplätze für Wyeth-Beschäftigte in Berlin?
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Münster - Eine Willkommensprämie soll den Wyeth-Mitarbeitern in Münster den Wechsel nach Berlin schmackhaft machen. Von großzügigen Übergangsregelungen ist die Rede, von Abfindungen, bezahlten Familienheimreisen über einen Zeitraum von drei Jahren, von einer neunmonatigen Schnupperphase in Berlin, in der die Zugereisten aus Münster ihre Abfindungsansprüche nicht verlieren werden.
Auch die betriebliche Altersversorgung bleibt „weitestgehend sichergestellt“, sagt der Vorsitzende des Betriebsrates von Wyeth Pharma in Münster, Hans-Peter Noll. „Die finanzielle und materielle Situation nimmt der Mitarbeiter mit“, betont der 57-Jährige.
Die Belegschaft von Wyeth Pharma hat seit gestern mehr Klarheit. Auch darüber, dass Pfizer am Standort Berlin rund 200 Stellen neu besetzen möchte, für die sich die Wyeth-Beschäftigten aus Münster nun bewerben müssen. „Wir sind mitten im Prozess“, sagt Pfizer-Sprecher Martin Fensch. Die Angebotspalette zieht sich durch alle Bereiche des Unternehmens. „Pfizer hat großes Interesse daran, die Geschäfte in Berlin zu bündeln“, sagt Fensch.
„Unsere Mitarbeiter sollen bei der Vergabe der neuen Stellen bevorzugt berücksichtigt werden“, macht Hans-Peter Noll deutlich. Er verspricht, dass der Betriebsrat auf die Stellenbesetzung ein wachsames Auge legen werde.
Der 57-Jährige befürchtet aber, dass eher nur eine kleine Zahl der in Münster im Innendienst Beschäftigten die Chance in Berlin wahrnehmen werde. Aber trotz der Schließung des Wyeth-Standortes im kommenden Sommer sei die Arbeitsmoral immer noch fantastisch, lobt Noll.
Den Beschäftigten von Wyeth Pharma wurden gestern Morgen die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat präsentiert. Zuvor waren die etwa 50 Beschäftigten von Whitehall-Much aufgeklärt worden.
Die Reaktionen der Kollegen haben ihm gezeigt, sagt Hans-Peter Noll nach der eineinhalbstündigen Veranstaltung, dass sie „hochwahrscheinlich zufrieden sind“.
Obschon der Wyeth-Außendienst mit etwa 280 Mitarbeitern von der Pfizer-Gruppe mit allen Rechten und Pflichten übernommen werde, so Noll, stünde zu befürchten, dass es auch dort Veränderungen geben wird.
Der Betriebsrat war es, der zur Mitarbeiterversammlung in die Halle Münsterland eingeladen hatte. Das Interesse war mit rund 350 Teilnehmern groß.
Noll sprach von einer guten Abfindungsregelung, die getroffen worden sei - ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Eine Verzögerung der Kündigungstermine sei erreicht worden, freut er sich. Statt der betriebsbedingten Kündigung zum 30. Juni wird diese erst zum 30. November ausgesprochen. In der Distribution am Hessenweg verschiebt sich der betriebsbedingte Kündigungstermin dagegen vom 30. November 2010 auf den 28. Februar 2011.
Noll unterstreicht den Vorteil der verlängerten Kündigungsfrist für die Beschäftigten, wenn sie sich aus einer ungekündigten Stellung heraus für einen neuen Arbeitsplatz bewerben möchten.
Zudem werde über die Möglichkeit einer Transfergesellschaft gesprochen, die die Mitarbeiter von Wyeth für Bewerbungen fit machen könnte. Diese Gesellschaften verfügten außerdem über Netzwerke, die bei der Arbeitsplatzsuche nicht unterschätzt werden dürften, so Noll. Betriebsrat und Geschäftsführung müssten sich aber über den Einsatz der Gesellschaft, die von Pfizer bezahlt werde, noch verständigen.
Der Betriebsratsvorsitzende bringt die zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat insgesamt vereinbarten Konditionen auf eine „klare Formel“: Gerecht und altersbezogen. Für die 15 Azubis im Haus werde alles getan, damit diese ihre Ausbildung entweder in Berlin oder Karlsruhe abschließen könnten. „Alles wird sauber geregelt.“
Karlsruhe ist das Ziel der Distribution vom Hessenweg, die zum 30. November umzieht. Auch dort, so Pfizer-Sprecher Martin Fensch, soll das Zentrum ausgebaut werden. Neue Stellen werden entstehen, fügt er vielversprechend hinzu.
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