Wirtschaft Münster

Mi., 17.03.2010

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Frauen in der Minderheit

Eine Frau geht am Montag in Bonn zur Zentrale der Deutschen Telekom. Das Unternehmen will mehr Frauen in Führungspositionen bringen. In Münster wünschen sich Firmen auch mehr Frauen an der Spitze, ähnliche Initiativen wurden aber bisher nicht bekannt. Foto: (dpa)
Von Karin Völker

Münster - Die Westfälische Provinzial ist stolz auf Dr. Monika Sebold-Bender. Sie ist unter sechs Vorstandsmitgliedern die einzige Frau, ein Umstand, der nicht nur vom eigenen Unternehmen positiv hervorgehoben, sondern auch von der Konkurrenz beim LVM etwas neidvoll registriert wird. Frauen in Führungspositionen großer Unternehmen sind auch in Münster eher eine Seltenheit.

Die Deutsche Telekom will Abhilfe schaffen und den Anteil der weiblichen Führungskräfte mit einem Förderprogramm auf 30 Prozent anheben. Bei der Provinzial und beim LVM, ebenso beim Großunternehmen BASF sind Frauen an der Spitze willkommen, beteuern deren Sprecher unisono. Ein Programm, um Frauen gezielt nach vorn zu bringen, planen die drei Unternehmen aber nicht.

Michael Golek, Sprecher der BASF Coatings, berichtet, dass „immerhin“ 6,5 Prozent aller Führungspositionen im Konzern von Frauen besetzt sind. „Eine Quote wollen wir aber nicht festlegen“, sagt Golek. Der oder die Beste solle sich jeweils im Rennen um Führungsposten durchsetzen.

So wird es auch beim Versicherungsriesen LVM gesehen. Von seinen 2800 Mitarbeitern sind 51 Prozent Frauen. „Unter unseren 303 Führungskräften sind 47 Frauen“, bilanziert Unternehmenssprecher Jobst Berensmann. Es dürften gerne mehr werden, einen Vorteil gegenüber männlichen Bewerbern bekommen sie aber nicht.

Im öffentlichen Dienst ist das schon lange anders. Frauen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt, Gleichstellungsbeauftragte wachen über die Einhaltung dieser Regel. In den Hochschulen haben die Frauen in Münster die Spitzen bereits erobert: Prof. Dr. Ursula Nelles führt die WWU, Prof. Dr. Ute von Lojewski die FH Münster. Unter den Professorinnen an der Universität sind die Frauen aber noch deutlich in der Minderheit: Von den am höchsten dotierten sogenannten W3-Professuren sind nur etwa zwölf Prozent an Frauen vergeben. Bei den geringer bezahlten W2-Professuren sind rund 21 Prozent in Frauenhand.

In der Stadtverwaltung sind mit Helga Bickeböller und Dr, Andrea Hanke immerhin zwei von fünf Dezernentenstellen mit Frauen besetzt, Oberbürgermeister Markus Lewe vertreten zwei Frauen und ein Mann. Und Regierungspräsident Peter Paziorek hat mit Dorothee Feller Elverfeld immerhin eine Stellvertreterin.


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