Fr., 05.09.2014

Ministerpräsidentin beim Havichhorster Abend Hannelore Kraft gibt Einblicke in ihr Privatleben

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach beim 1. Havichhorster Abend über ernste Themen wie Organspende, plauderte aber auch über lockere Themen wie beispielsweise Fußball.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach beim 1. Havichhorster Abend über ernste Themen wie Organspende, plauderte aber auch über lockere Themen wie beispielsweise Fußball. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Mit 52,30 Euro in der Tasche kam NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am Donnerstag nach Münster. Und trotzdem wurde sie mit viel Applaus beim 1. Havichhorster Abend begrüßt, zu dem die Stiftung Westfälische Landschaft eingeladen hatte. „50 Euro habe ich von meinem Mann bekommen, der ist bei uns Finanzchef. Und 2,30 Euro hatte ich noch in der Tasche“, sagte Kraft im Gespräch mit Manfred Erdenberger, WDR-Chefredakteur a.D.

Von Uwe Renners

Die Stiftung hatte rund 100 Personen aus Kultur, Politik und Wirtschaft eingeladen, darunter die frisch gebackene Weltmeisterin In­grid Klimke, um in lockerer Runde miteinander ins Gespräch zu kommen. Dass zur Premiere dieses Formats die Ministerpräsidentin zugesagt hatte, freute den Vorsitzenden des Direktoriums der Stiftung, Johannes Röring, ganz besonders.

Und er konnte zufrieden sein, Kraft gab sich politisch, ließ in ihr Privatleben blicken, sorgte für einen kurzweiligen Abend und brachte Neuigkeiten aus dem Kabinett mit. Beim Thema Beamtenbesoldung kündigte sie an, dass das Kabinett auf die Erhöhung der eigenen Bezüge verzichten werde. Dies sei am Donnerstag so besprochen worden. Da das Verfassungsgericht in Münster die Pläne der Landesregierung zu den Einsparungen bei der Besoldung nicht mitgetragen habe, spare das Land jetzt nur 220 statt geplanter 700 Millionen. „Das müssen wir in den nächsten Jahren wieder reinholen“, sagte Kraft. Und da werde in der Zukunft auch das Landespersonal nicht ausgeschlossen werden, kündigte sie an, auch bei den nächsten Haushalten die Besoldung auf dem Schirm zu behalten.

Und natürlich kam im Gespräch mit Erdenberger auch das Unwetter in Münster zur Sprache. Kraft berichtete, warum sie direkt danach nicht nach Münster gekommen sei. „Ich war in Brandenburg auf einem Schiff und hatte eine Woche keinen Empfang.“ Als sie die Bilder des Unwetters später gesehen habe, habe sie das Leid der Menschen gespürt.

Die Mentalität der Westfalen, so die Ministerpräsidentin, sei ihr übrigens sehr nah. In ihrem Amt versuche sie, „so zu bleiben, wie ich bin und den Boden nicht unter den Füßen zu verlieren“. Was sie denn denke, wenn sie durch das Münsterland fahre, wollte Erdenberger wissen. „Jeder der hier durchfährt, der findet es schön. Ich würde mir wünschen, das wäre im ganzen Land so“, sagte Kraft, deren Tag bereits um 6.15 Uhr mit ihrem Sporttraining begonnen hatte. „Danach hatte ich in Essen einen Termin zum Thema Organspende. Das liegt mir sehr am Herzen. Ein Bekannter von mir hat lange darauf gewartet, gehofft – und es hat nicht geklappt. Er ist verstorben. Die Bereitschaft zur Organspende ist leider massiv gesunken“, wusste sie zu berichten.

Trotz solcher ernster Themen kam auch die Unterhaltung am Donnerstag nicht zu kurz. Zum Beispiel beim Fußball. Kraft, die seit 20 Jahren Fan von Borussia Mönchengladbach ist, plauderte aus, dass sie über die Mannschaft von Preußen Münster immer bestens informiert sei. Einer ihrer beiden Fahrer, er heißt zufällig auch Kraft, komme aus Münster und sei Preußen-Fan. Kraft: „Ich sehe montags an seinem Gesicht, wie sie gespielt haben.“ Kraft bot an, ihre Kontakte nach Mönchengladbach zu nutzen, um den Weg für ein Freundschaftsspiel frei zu machen. „Ich kann das versuchen“, sagte sie. Und ließ die Gäste auch noch ein wenig in ihr Privatleben in Mülheim an der Ruhr an diesem Abend eintauchen. Nicht eine Aktie besitze sie, auch kein Gold, „Das Eigenheim ist noch nicht abbezahlt. Wir investieren in unseren Sohn“, so die Mutter, die als Politikerin auch nicht vergaß, das Thema Jugend anzusprechen. „Wir dürfen keinen auf der Strecke lassen.“

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