Fr., 17.10.2014

Münsteranerinnen erleben eine intensive Reise durch die Mongolei Marathon bei Gandalf

Münster - Astrid Lindgren formulierte die wunderbaren Zeilen: „Es gibt kein Gesetz, dass alten Frauen verbietet, auf Bäume zu klettern“. Julia Suwelack und Ingrid Wittenberg sind zwei Frauen, die diese Worte mit Leben zu füllen wissen. Aber alt? Von wegen! Vor fünf Wochen stiegen die beiden in Berlin in den Flieger. Ziel: Ulaan Baatar, die Hauptstadt der Mongolei.

Von Ulla Wolanewitz

Wenn Julia Suwelack sich nicht gerade den Titel als „Deutsche Meisterin 2013“ im 100-Kilometer-Lauf sichert oder wie letztes Jahr mit der Leeze in 44 Tagen 4000 Kilometer von Bari zum Nordkap zurücklegt, braucht sie in jedem Fall eine Herausforderung. Deshalb meldete sich die 67-Jährige für den „Gobi Marathon 2014“ in der Mongolei an. Wohl wissend, dass ihre langjährige Bekannte Ingrid Wittenberg gerne unterwegs ist, fragte sie an, ob die sich vorstellen könnte, sie zu begleiten. Für die 80-Jährige gibt es nach wie vor kaum etwas Schöneres, als die Welt zu erkunden. Deshalb war die Entscheidung schnell gefällt: „Ich habe mich gefreut, über das Angebot.“ Bereits in den 70er Jahren fuhr die leidenschaftliche Weltreisende in den Ferien mit Mann und Maus in einem umgebauten Hanomag Henschel nach Afghanistan.

Zum Marathon-Event buchten die Damen ein „Rund-um-Programm“ auf den Spuren von Dschingis Khan hinzu. Siehe da: „Atemberaubend war´s“, da sind sich beide einig. „War jetzt keine kulinarische Reise“, bemerkt Ingrid Wittenberg schmunzelnd. „Bei gekochtem, altem Hammel und getrocknetem Yaksmilch-Quark wird man schnell zur Vegetarierin.“ Höhepunkt ihres ungewöhnlichen Ausflugs war „die Bekanntschaft mit Gandalf“, versichert die Sportlerin, die Mishka, dem weißbärtigen Herbergsvater ihrer Nomaden-Jurte bei Tsetserleg, diesen Spitznamen verpasste. Ein paar Tage verbrachten sie in der Steppe, bei nächtlichen Minustemperaturen, ohne Badezimmer. „Toilettengang nachts nur mit Taschenlampe, um sicher an dem ungnädigen Schafsbock vorbeizukommen“, amüsiert sich die 80-Jährige. Training stand für Julia Suwelack nicht an: „Ich bin ganz gut in Form!“ Dafür half sie beim Zusammentreiben der 30 Yaks, die zwei Mal täglich gemolken wurden.

Mit 40 Teilnehmern ging sie bei Dalanzadgad – „mitten im Nichts“ – beim „14. Gobi-Marathon“ an den Start. Die Streckenbeschreibung lautete: Bis zur Düne, drumherum, die Nomaden links liegen lassen und weiter geradeaus, Richtung: orange-flammende Klippen von Bayanzag. Ingrid Wittenberg unterstützte währenddessen den Streckenposten, verteilte Bananen und Wasser. In 5:15 Stunden genoss die Sportlerin mit der Kamera in der Hand die Einzigartigkeit der Landschaft und den Weitblick: „Bin ja nicht auf Zeit gelaufen.“

Was als Nächstes auf ihrem Programm steht? „Nix Besonderes“, versichern beide.

Aus der Perspektive abenteuerlustiger, dynamischer Un-Ruheständlerinnen heißt das in der Übersetzung: „Ich starte beim Ultramarathon (63,3 km) in Remscheid“, so Julia Suwelack. Ingrid Wittenberg geht demnächst an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. „Meine Tochter hat´s organisiert“, sagt die muntere 80-Jährige entspannt. „Ich glaube, Florida ist das Ziel.“

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2812701?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F