Mi., 25.03.2015

Katholikentag 2018 Kein Barzuschuss in Münster

Die Stadt Osnabrück beteiligte sich 2008 an der Finanzierung des Katholikentages, die Stadt Münster lehnt dies für 2018 ab.

Die Stadt Osnabrück beteiligte sich 2008 an der Finanzierung des Katholikentages, die Stadt Münster lehnt dies für 2018 ab. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der Rat von Münster sorgt für ein Novum. Zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Katholikentage weigert sich die gastgebende Stadt, einen eigenständigen, finanziellen Beitrag zu der Großveranstaltung zu leisten.

Von Klaus Baumeister

Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken beschloss der Rat der Stadt Münster am Mittwochabend nach einer zweistündigen, sehr emotionalen Debatte, keinen Barzuschuss für den in Münster geplanten Katholikentag 2018 zu gewähren. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) hatte den Organisatoren in einem Beschlussvorschlag 1,2 Millionen Euro in Aussicht gestellt, scheiterte damit aber. Die CDU kritisierte dies sehr scharf.

Alternativ wird die Stadtverwaltung Münster jetzt damit beauftragt, in Verhandlungen mit dem Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) als Veranstalter zu klären, „wie eine kommunale Unterstützung auch durch Sachleistungen erfolgen kann“. Im Gespräch sind eine kostenlose Überlassung von Turnhallen, Schulgebäuden und der Halle Münsterland.

Suche nach neuem Austragungsort?

Bislang ist noch unklar, wie das ZdK auf die Entscheidung reagieren wird. Noch am Dienstag hatte Dr. Martin Stauch, Geschäftsführer des Katholikentags-Trägervereines, gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass „es keinen Plan B für eine andere Stadt“ gebe.

Ungeachtet dessen sprach Oberbürgermeister Lewe die konkrete Sorge an, dass Münster vom ZdK als Präzedenzfall eingestuft werde und man sich jetzt auf die Suche nach einem Austragungsort begebe, der sich im Gegensatz zu Münster finanziell beteiligt. Im Mai will das ZdK neu beraten.

Hoher Schuldenberg in Münster

Grüne und SPD begrüßten in zahlreichen Wortbeiträgen den geplanten Katholikentag, wiesen aber zugleich auf den hohen Schuldenberg der Stadt Münster hin. Der CDU-Ratsherr Peter Laurenz hielt Rot-Grün daraufhin vor, die Grundsatzentscheidung des ZdK für Münster torpediert zu haben: „Die andere Seite kann jetzt wieder aussteigen.“

In der Debatte waren deutliche Unterschiede im Lager der Zuschuss-Gegner zu erkenn. Während Rüdiger Sagel, Sprecher der Linken, eine „klare Trennung von Staat und Kirche“ anmahnte, erklärte der SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung gleich mehrfach: „Heute wird nicht die Tür zugeschlagen.“

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Wir uns fragen lassen, ob überhaupt noch eine Großveranstaltung in Münster funktioniert.

Oberbürgermeister Markus Lewe

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Oberbürgermeister Markus Lewe ließ derweil keinen Zweifel daran, dass der Beschluss eine verheerende Außenwirkung habe: „Wenn das Projekt Katholikentag nicht funktioniert, müssen wir uns fragen lassen, ob überhaupt noch eine Großveranstaltung in Münster funktioniert.“

Nach vorliegenden Informationen sollen die Sachleistungen, die auf der Basis des jetzigen Beschlusses gewährt werden, den Wert von rund 400 000 bis 600 000 Euro haben. Zum Vergleich: Die Stadt Leipzig gibt für den Katholikentag 2016 eine Million Euro.

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