Münsterland
Mi., 08.04.2009
Konjunkturtief im Münsterland: Jeder vierte Betrieb muss Stellen abbauen
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Münster - Wie tief sind die Furchen wirklich, die das Konjunkturtief durch das Münsterland zieht? Nur einen Tag nach dem die Düsseldorfer WGZ-Bank ein vergleichsweise blumiges Bild von der Stimmungslage im nordrhein-westfälischen Mittelstand gezeichnet hatte, hat die Wirtschaftsauskunft Creditreform den Ausblick Mittwoch dunkel eingefärbt.
Demnach blicken derzeit im Münsterland einzig und allein die Bauunternehmer noch gut gelaunt in die Zukunft - in erster Linie eine Folge der Investitionen der öffentlichen Hand aus dem Konjunkturpaket. Auch der nach wie vor stabile private Konsum hilft der Branche. Im Verarbeitenden Gewerbe bewertet hingegen jeder vierte Betrieb die Geschäftslage im laufenden Jahr als mangelhaft oder ungenügend. „Die Lage erinnert an das Jahr 2002“, sagt Manfred Riegel, Geschäftsführer von Creditreform, der sich auf eine Umfrage unter 800 mittelständischen Betrieben in Münster und den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf stützt.
Dennoch steht die Region laut der Erhebung deutlich besser da als der Rest der Republik. Während bundesweit fast 14 Prozent der Mittelständler ihre derzeitige Auftragslage als mangelhaft bewerten, sind es im Münsterland nur 6,6 Prozent. Die Region profitiere hier von der hohen Zahl der Dienstleister und den vielen Familienunternehmen, erklärt Riegel. „Die sind in ihrer Struktur anders aufgestellt.“
Zumindest die Verbraucher können der Entwicklung Positives abgewinnen: Die Preise werden stabil bleiben, mitunter sogar sinken. „Die Unternehmen müssen ihre Jahresplanungen aber entsprechend nach unten korrigieren“, sagt Geschäftsführerin Verena Riegel. Nur knapp 16 Prozent der Mittelständler im Münsterland erwarten noch steigende Umsätze, fast 44 Prozent stellen sich sogar auf einen Rückgang ein. „Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei zehn Prozent.“ Folgen hat das laut Creditreform für den Arbeitsmarkt. Nur noch 14,6 Prozent der Unternehmer in der Region wollen 2009 zusätzliches Personal einstellen. 2008 waren es noch 36 Prozent. Immerhin fast 60 Prozent planen, die Belegschaft zu halten. Allerdings sieht sich jeder vierte Betrieb gezwungen, Personal abzubauen.
Großer Gewinner am Arbeitsmarkt sind die Auszubildenden. Im Münsterland wird es laut Creditreform fast vier Prozent mehr Ausbildungsstellen geben als noch vor einem Jahr, da viele Firmen in den kommenden Jahren mit einem steigenden Fachkräftebedarf rechnen.
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