Münsterland
Kletteraktivistin stoppt Atom-Zug

Mittwoch, 29.04.2009, 12:04 Uhr

Gronau - Eine Stunde nach Mitternacht steht Cécile Lecomte wieder mit beiden Beinen auf der Erde. Nicht freiwillig. Ein Spezialtrupp der Bundespolizei beendet den Anti-Atom-Protest der französischen Kletteraktivistin in luftiger Höhe.

Von der A1-Brücke über der Eisenbahnstrecke Gronau-Münster hat sich die 27-Jährige in der Nacht zu Dienstag abgeseilt, um gegen den neuerlichen Urantransport auf der Schiene aus dem Westmünsterland durch Europa zu protestieren. „Da, wo die Polizei nicht damit rechnet“, sagt die Lecomte am Vormittag nach der nächtlichen Aktion. Zum dritten Mal hat sie auf diese spektakuläre Weise gegen Transporte aus der Urenco-Uranaufbereitungsanlage in Gronau demonstriert.

Mehr als eine Stunde lang muss der Sonderzug diesmal laut Bundespolizei auf freier Strecke zwischen dem Bahnhof Nienberge-Häger und Kinderhaus warten. Gegen 23 Uhr, so heißt es, war der Transport in Gronau losgefahren.

Nach Angaben des Arbeitskreises Umwelt sollen die 25 Waggons mit 1250 Tonnen Uranhexafluorid beladen gewesen sein. Die Atomkraft-Gegner vermuten, dass der Zug unterwegs gewesen sei in die französische Urananreicherungsanlage in Pierrelatte. Ursprünglich hatte es geheißen, Russland sei das Ziel dieses jüngsten Transports.

Für Cécile Lecomte ist der Protest um kurz nach ein Uhr beendet. Beamte der Bundespolizei bringen sie zur Wache nach Münster. „Um kurz nach zwei Uhr war ich wieder draußen“, sagt die Aktivistin. Auch am Bahnhof in Münster hat sich in der Nacht ein knappes Dutzend Demonstranten versammelt. Für Lecomte ist der zivile Ungehorsam gegen Atomkraft legitim: „Wir müssen Druck aufbauen.“

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