Münsterland

Mi., 20.01.2010

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Euregio: Auf der Suche nach lukrativen Zukunftsthemen

Die mechanische Hand als sinnfälliges Beispiel: Mit 17 Millionen Euro fördert die Euregio „Mechatronik-Projekte“ im Grenzraum.Foto: (Euregio/Montage: gap)
Von Elmar Ries

Münster - Schlechte Stimmung in der Euregio wegen des in Twente womöglich entstehenden Flughafens? „Nein, warum denn?“, kontert Jan Oostenbrink, der stellvertretende Geschäftsführer. Und lächelt - selbstredend weiß er um die Meinungsunterschiede zwischen Deutschen und Niederländern in dieser Frage. Gleichwohl: Die Zusammenarbeit in dem ältesten der landesweit fünf Euregio-Verbände funktioniere weitgehend konfliktfrei, sagt er. Was dem Erfolg der vergangenen Jahre geschuldet ist, den niemand durch einen Streit konterkarieren will.

Vor allem nicht jetzt. Denn: Die Euregio achtet bei ihren Projekten zwar immer auf die Nachhaltigkeit und denkt da­rum in langen Zeiträumen. Da ihre Arbeit aber von der EU kofinanziert wird, und die nun mal in siebenjährigen Förderperioden tickt, müssen die bi-nationalen Projektarbeiter aus Gronau immer auch diese Spanne im Blick haben. Die aktuelle Förderphase reicht noch bis 2013. Brüssel aber denkt längst über die Zeit danach nach, was angesichts immer leererer Kassen auch bedeutet, dass die EU prüft, wo womöglich wie viel gespart werden kann.

Aus diesem Grund stecken derzeit auch im Münsterland die Matadore der Euregio ihre Köpfe zusammen, um zu überlegen, wie das institutionalisierte Europa weiterhin davon überzeugt werden kann, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Niederländern und Deutschen finanziell zu fördern. Und weil die Bezirksregierung in Münster für alle fünf nordrhein-westfälischen Euregio-Verbände als Bewilligungsbehörde zuständig ist - was meint: Hier wird im Zweifel der Daumen über die Kooperationsprojekte gesenkt - sitzt Vize-Regierungspräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld immer mit am Tisch.

„Im ersten Förderzeitraum ab dem Jahr 2000 hat die EU uns noch rund 48 Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, sagt Jan Oostenbrink. Verbunden mit den Eigenanteilen der Partner generierte die Euregio daraus 100 bi-nationale Projekte mit einem Investiti­ons­volumen von insgesamt 130 Millionen Euro. „In der zweiten, derzeit aktuellen Phase hat Brüssel 40 Millionen Euro überwiesen, „die bislang in knapp 50 Projekte investiert worden sind“.

Und die Zukunft? „Fest zu stehen scheint bisher, dass die EU die sogenannten Interreg-Mittel auch nach 2013 zur Verfügung stellen will“, sagt Feller-Elverfeld. Nur hat die EU inzwischen 27 Mitglieder. Da liegt es in der Natur der Sache, dass auch die Zahl der Grenzregionen größer geworden ist - „und Brüssel wird für diese Art der Zusammenarbeit mit Sicherheit nicht mehr Geld in die Hand nehmen“, sagt Feller-Elverfeld.

Folglich bereiten sich die schlauen Köpfe in der Euregio darauf vor, versuchen neben den gegenwärtigen Schwerpunkten Gesundheit, Innovationsförderung in kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie der Umwelttechnologie neue Zukunftsthemen zu finden und damit in Brüssel zu punkten. „Die Gesundheitswirtschaft bleibt immer aktuell“, meint Oostenbrink. Ein Thema, das in seiner Bedeutung wächst, ist der demografische Wandel und dessen Folgen. Dem will sich auch die Euregio stärker widmen.


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