Mo., 10.05.2010

Münsterland Kreative denken quer: Uni verloste Ideen-Mining

Von Benjamin Willers

Münster - Sabine Köhler entflammt das Streichholz. Ihr bleiben jetzt nur wenige Sekunden. „Ich bin begeistert“, beginnt sie, lacht und dankt in die Runde ihrer Zuhörer. Gerade setzt sie zu einem weiteren Satz an, als sich das Feuer gefährlich ihren Fingern nähert. Aus, vorbei, sie bricht ab - so sind die Spielregeln.

Als Vorsitzende der Hospizbewegung Dormagen ist Sabine Köhler nach Münster gereist. Hier, am Leonardo-Campus der Universität, hofft sie auf die Beantwortung einer drängenden Frage: Wie kann ihr gemeinnütziger Verein dazu beitragen, dass in Dormagen ein stationäres Hospiz entsteht? „Dieses Ziel haben wir schon 1993 in unsere Satzung aufgenommen“, sagt sie. Doch viele, vorwiegend finanzielle Hürden standen dem Ziel bisher entgegen.

Einen Ausweg soll das 100. und darum verloste Ideen-Mining der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) an der Uni Münster bieten. Denn das innovative Verfahren - entwickelt von AFO-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Bauhus - bietet mittels ausgesuchter Kreativtechniken vor allem eines an: Lösungen. Ein interdisziplinäres Team aus Studierenden, Wissenschaftlern und Auftraggeber arbeitet acht Stunden an neuen, unverhofften, mitunter schrägen Ideen.

Vier Kreative sitzen an diesem Morgen auf harten Holzstühlen im Foyer des Gebäudes. Es wird diskutiert: Wie ist dem Verein zu helfen? Ein Gebäude muss her. „Eine Erbschaft wäre die Lösung.“ „Danach haben wir noch nicht gefragt“, sagt ein Hospiz-Vertreter. „Warum nicht?“ Ein Student schlägt Sponsoren vor: „Eine Patenschaft für jedes Bett“, lautet das Credo. Und: „Das Hospiz muss Teil der Stadtplanung werden, Akzeptanz finden.“ Aber wie?

Nach kurzer Pause ändern die Kopfarbeiter den Blickwinkel, forschen nach Analogien und Widersprüchen, suchen und sammeln, sortieren und konkretisieren. Auf vier großformatigen Blättern versehen sie ihre Ideen schließlich mit Struktur. Am Ende stehen konkrete Pläne. „Ich bin ganz euphorisch“, freut sich Sabine Köhler.

Dass sie ihren Dank dafür nicht in einer Streichholzlänge ausdrücken kann, sollte für die AFO ein gutes Zeichen sein.

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