Münsterland
Fr., 25.06.2010
Street-View in Aolt Greiwen
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Greven - Seit einigen Monaten fährt ein komisches Auto mit Kamera auf dem Dach durch die deutschen Städte und macht Aufnahmen von einer Straße nach der anderen. Street-View nennt sich das und wird vom Internet-Mogul Google betrieben. Vielen passt das überhaupt nicht, sie sehen ihre Privatsphäre verletzt.
Aber vor rund 30 Jahren hat sich über so etwas noch niemand Gedanken gemacht. Doch genau dies hat ein bislang unbekannter Video-Filmer 1981 gemacht. Und das Ergebnis ist jetzt im Internet zu bewundern. Ein Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte: Es sind fünf Videos, die den Betrachter an den Bildschirm fesseln. Denn diese Videos zeigen die Grevener Innenstadt in bewegten Bildern, wie sie 1981 vor der Stadtkernsanierung ausgesehen hat. Wie gesagt: Sozusagen Googles Street-View in etwas älter.
Ins Netz gestellt wurden die fünf Videos, die zwischen drei und fünf Minuten lang sind, von Patrick Wortmann. „Ich hab die Videos von einem Bekannten bekommen und jeder, der sie bei mir gesehen hat, wollte Kopien davon“, erzählt der 33-Jährige. Deshalb sei er auf die Idee gekommen, die Videos bei Youtube zu veröffentlichen. Wer die Filme ursprünglich gedreht hat, weiß Wortmann nicht. „Ich habe sie wie gesagt von einem Bekannten bekommen, der wiederum von einem Bekannten und so weiter“, erzählt er. Er habe versucht diese Kette zurückzuverfolgen, sei aber letztendlich gescheitert. Ein Hinweis gibt es auf den Videos: Derjenige, der sie gedreht hat, fährt wohl einen bräunlichen oder orangen Opel Rekord mit dem Kennzeichen ST-K-812.
Alle, ob Bekannte oder Verwandte, denen er die Videos gezeigt habe, seien total begeistert gewesen, erzählt Wortmann. Und ein Test in der Redaktion zeigt: Diese Videos haben wirklich absoluten Suchtcharakter, wecken Erinnerungen an alte Zeiten oder zeigen den Neu-Grevenern, wie es früher in der Emsstadt ausgesehen hat.
Die alten Videoaufnahmen zeigen die gesamte Innenstadt, angefangen von der Kardinal-von-Galen-Straße, über Niederort, Martinistraße, Rathausstraße, Münsterstraße und Marktstraße. Und das alles zu Zeiten, als Greven noch Greven war - sprich: die alten Gebäude, die den Charakter der Emsstadt prägten, noch standen.
Das heutige Gebäude des Verkehrsvereins steht noch an seinem ursprünglichen Platz an der Martinistraße, das alte Rathaus steht neben dem Gasthof „Zum Adler“, die Rote Mühle steht noch an der Konradstraße, in der GBS wird noch Baumwolle gesponnen und die Marktstraße ist in dieser Zeit noch als Einbahnstraße befahrbar. Trotz allem sind die ersten Baumaßnahmen im Rahmen der Stadtkernsanierung erkennbar. Das Haus vom „Marktheini“ - Ecke Marktplatz zur Marktstraße - ist bereits abgerissen, der heutige Bau ist in der Entstehung.
Viele Gebäude, die auf dem Videos zu sehen sind, gibt es schon lange nicht mehr. Erstaunlich ist aber auf der anderen Seite, wie wenig sich manche Bereiche der Stadt verändert haben.
Wortmann plant an den Stellen, die auf den alten Videos zu sehen sind, aktuelle Aufnahmen zu machen und diese ebenfalls ins Internet zu stellen. Ein Kontrast, wie er größer wohl kaum sein kann.
» Hinweis zum Autor der alten Videos aus dem Jahr 1981 werden in der WN-Redaktion gerne entgegen genommen.
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