Billigflieger können am FMO nicht landen
Sa., 05.11.2011
Es droht Finanzdebakel von 15 Mio. Euro
Münster/Greven -
300 000 neue Passagiere pro Jahr am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO), die für kleines Geld nach Madrid, Rom, Mailand, Venedig, Alicante oder Budapest fliegen? Die Statistik der Fluggastzahlen ginge durch die Decke – die Wirtschaftlichkeit des Flughafens allerdings den Bach runter. In dieser Abwägung haben die Eigentümer gestern beschlossen, dass es vorerst keine Billigflieger der Marke Ryanair am FMO geben wird.
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Die Flughafen-Geschäftsführung verhandelt seit Jahren mit den Billig-Airlines, den sogenannten Low-Cost-Carriern. Inzwischen ist auch durchaus Bewegung in deren Preispolitik gekommen, bestätigte gestern auf Fragen unserer Zeitung FMO-Geschäftsführer Gerd Stöwer. Es reicht aber vorne und hinten nicht. Denn der Preis, den diese Airlines pro Passagier an den Flughafen zahlen – sofern sie überhaupt zahlen – liegt rund 80 Prozent unter den entstehenden Kosten. Verschärft wird diese betriebswirtschaftliche Schlagseite noch dadurch, dass in dem Augenblick, wenn zum Beispiel der irische Billigflieger Ryanair seine Flugzeuge an einem Airport stationiert, die anderen, bis dahin „regulär“ zahlenden Fluglinien (z.B. Air Berlin oder Lufthansa) auch für sich auf diese Sonder-Tarife pochen; heute zahlen sie am FMO im Durchschnitt 25 Euro pro Passagier. Dieser Preisverfall ruiniert dann endgültig das gesamte Geschäftsmodell eines Regionalflughafens.
Und sie sind Besseres gewohnt: Der FMO wird 2011 im Gesamtergebnis einen Gewinn erwirtschaften; das gelingt in Deutschland nur noch fünf anderen Airports.
| Kommentar,
Westfalen
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