Kommentar
Mi., 01.02.2012
Castor-Transporte: Schnelle Antwort
Politik geht manchmal seltsame Wege: Nach monatelangen öffentlichen Schuldzuweisungen zwischen Berlin und Düsseldorf legt Bundesforschungsministerin Annette Schavan plötzlich Vorschläge zur Lösung im Streit um die Castor-Transporte von Jülich ins Münsterland vor. Und genauso plötzlich nimmt ihre Amtskollegin aus Düsseldorf den Gesprächsfaden auf und wirbt für einen Dialog.
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So weit, so gut. Doch Politik misst sich in Taten und nur selten in Worten. Damit aus dem politischen Annäherungsversuch eine wirkliche Lösung wird, bedarf es auch der Durchsetzungsfähigkeit der beiden Ministerinnen. Innerhalb der nordrhein-westfälischen Landesregierung hätten vor allem die Grünen wahrscheinlich nichts gegen einen Castor-Transport im Jahr 2013 quer durch Nordrhein-Westfalen einzuwenden gehabt. Schuldzuweisungen in Richtung Berlin und namentlich an die Adresse des – gar nicht zuständigen – Bundesumweltministers und CDU-Landeschefs Norbert Röttgen hätten gut ins Wahlkampfkalkül gepasst. Doch seit gestern gibt es Hoffnung, dass dieses taktisches Manöver ausfallen muss.
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