Städte wollen biologische Vielfalt stärken

Di., 21.02.2012

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Wilde Tiere und Pflanzen erhalten angeblich das gesundheitliche Wohlbefinden

Städte wollen biologische Vielfalt stärken : Wilde Tiere und Pflanzen erhalten angeblich das gesundheitliche Wohlbefinden

Marder im Motorraum bedeuten für Stadtbewohner gewiss keine höhere Lebensqualität. Aber sonst kann eine größere biologische Vielfalt für mehr Wohlbefinden auch für Menschen sorgen. Foto: marderprofi.de

Dortmund - 

In deutschen Städten leben immer mehr Tiere, die aus ihrer natürlichen Heimat vertrieben wurden. „Unsere Städte gehören – neben Naturschutzgebieten und Nationalparks – zu den artenreichsten Standorten in Deutschland und Europa“, meldet die Stadt Dortmund. Aus ihrer Heimat seien wildlebende Tiere und Pflanzen durch die jahrzehntelange maschinelle Landwirtschaft mehr und mehr verdrängt worden. Darum hat sich Dortmund mit vier anderen Städten aus Westfalen (Bielefeld, Ennepetal, Gütersloh und Löhne) dem neuen Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ angeschlossen.

Von Stefan Werding

Die 60 Städte sehen es als ihre Pflicht an, „der Natur eine sichere und nachhaltige Überlebenschance zu bieten“, erklärt Werner Höing, Umweltplaner beim Umweltamt der Stadt Dortmund. Die Natur habe in den Städten auf unterschiedlichsten Flächen eine neue Heimat gefunden.

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Dabei gehe es aber nicht nur um den Schutz von Tieren und Pflanzen, sondern auch um den der menschlichen Stadtbewohner. „Biologische Vielfalt ist der Schlüssel zur innerstädtischen Lebensqualität für uns als Stadtbewohner“, sagt Höing. Auch Städter erwarteten Wohlbefinden, Naturerlebnisse und Bewegung in freier Natur. „Eine Stadt, die dies nicht erkennt, wird deshalb auch als Wirtschaftsstandort im Städtevergleich deutlich verlieren“, prognostiziert der Umweltexperte.

Er sagt: „Erlebbare biologische Vielfalt ist heute in der Stadt ein zentraler Standortfaktor beim Einwerben hochwertiger Arbeitsplätze und für die wirtschaftliche Wertschöpfung. Die Natur wird so zur Rating-Agentur der besonderen Art.“ Außerdem erhalte Biodiversität angesichts des Klimawandels einen elementaren Stellenwert für das gesundheitliche Wohlbefinden.

Lebensqualität in den Städten zu erhöhen, kann zum Beispiel bedeuten, eine Wiese „verwuchern“ zu lassen, wie Uwe Friedel von der Deutschen Umwelthilfe erklärt. Die werde so zu einem Erlebnisspielplatz, auf dem Kinder zum Beispiel buddeln könnten. „Diese Unordnung hat Potenziale“, sagt Friedel. Herausforderung des Bündnisses sei es aber auch, die zu überzeugen, die sich beim Ordnungsamt nicht nur über ungemähte Wiesen, sondern auch über Vogelgezwitscher beschweren.


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