Fr., 08.06.2012

Überprüfung auch in Gronau und Ahaus Stresstest für Atomanlagen angelaufen

Überprüfung auch in Gronau und Ahaus : Stresstest für Atomanlagen angelaufen

Stresstest in Ahaus: Auch das dortige Brennelementezwischenlager muss seine Sicherheitsarchitektur überprüfen lassen. Foto: dpa

ahaus/Gronau - 

Das Bundesumweltministerium hat mit den Sicherheitsüberprüfung von deutschen Atomanlagen begonnen. In NRW untersucht werden neben den Zwischenlagern in Jülich und Ahaus auch die Urananreicherungsanlage Urenco in Gronau.

Von Elmar Ries

Die Stresstests waren als Reaktion auf die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima angeordnete worden. Bis Mitte August sollen bundesweit rund 20 Anlagen auf ihre Sicherheit hin un­tersucht werden.

Im Fokus der Überprüfung: der Schutz der Anlagen vor extremen Erdbeben, Hochwasser, Flugzeugabstürzen, allgemeine Wetterkatastrophen, Stromausfällen, Explosionen sowie Bränden. Der Stresstest für die Atomanlagen war bereits im vergangenen Jahr angekündigt worden, parallel zu den inzwischen abgeschlossenen Überprüfungen der Atomkraftwerke.

Stresstest klingt auf den ersten Blick nach viel Praxis, danach, dass externe Experten die Anlagen aufsuchen und deren Sicherheitsarchitektur auf Herz und Nieren untersuchen. Dem ist aber nicht so, erklärte Maik Grimmeck, Sprecher des NRW-Wirtschaftsministerium, am Freitag auf Nachfrage.

Das Ministerium übt in NRW die Atomaufsicht aus. Die Entsorgungskommission des Bundes hat in den vergangenen Monaten einen Fragenkatalog für die Prüfung erarbeitet.

Die Unterlagen sind auch bei den Betreibern der beiden Atomanlagen im Münsterland eingetroffen. Konkret müssen die Betreiber schriftlich nachweisen, dass die Sicherheitsbedingungen ihrer Anlagen nach wie vor auf der Höhe der Zeit sind und den aktuell denkbaren Bedrohungsszenarien gewachsen sind, erklärte Jürgen Auer, Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service, die auch das Zwischenlager in Ahaus betreibt.

Auch wenn der Stresstest unter der Regie des Bundesumweltministeriums läuft: Die Länder sind Adressaten der Antworten und gehalten, dem Altmaier-Haus bis zum 17. August Bericht zu erstatten. „Dabei nehmen wir un­sere Aufgabe als Atomaufsicht sehr wohl ernst und werden bei Bedarf natürlich kritisch nachfragen“, sagte Grimmeck.

Die Sicherheitsüberprüfung durchlaufen müssen neben der Urananreicherungsanlage in Ahaus alle Zwischenlager für bestrahlte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle (Gorleben, Ahaus, Lubin, Jülich sowie die Zwischenlager an allen Atomkraftwerken) sowie die Anlage der ehemaligen Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe. Am Standort Jülich lagern die Brennelemente aus dem dort stillgelegten Forschungsreaktor.

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