Di., 01.01.2013

Krankenhäuser in Not Experte: Viele Kliniken im Münsterland werden absehbar in eine Schieflage geraten

Krankenhäuser in Not   : Experte: Viele Kliniken im Münsterland werden absehbar in eine Schieflage geraten

Symbolfoto Foto: dpa

Münster - 

Kliniken im Münsterland geraten immer stärker in ein Finanzierungsdilemma. Einerseits steigen Personal- und Sachkosten, anderseits erhalten sie weniger Geld für die Patientenversorgung. „Viele Häuser stehen finanziell massiv unter Druck und werden absehbar in eine Schieflage geraten“, prognostiziert Werner Strotmeier, Vorsitzender des Zweckverbandes freigemeinnütziger Krankenhäuser Münsterland und Ostwestfalen.

Von Wolfgang Kleideiter

Nach einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung droht bis 2020 bundesweit jedem sechsten Klinikum das Aus. Die Krankenhausgesellschaft NRW warnt mit Blick auf 2013 schon vor einer „Finanzierungskatastrophe“.

Dass Kliniken in Not geraten, zeigt sich bereits in anderen Regionen. So sind aktuell vier katholische Kliniken im Oldenburger Münsterland ein „Sanierungsfall“. Sie konnten nur durch eine Zwischenfinanzierung vor der Insolvenz bewahrt werden. Der frühere Vorsitzende der St.-Franziskus-Stiftung in Münster , Dr. Rudolf Kösters, bis Ende 2011 Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, soll als Generalbevollmächtigter den Kliniken-Verbund retten.

„Wir stehen auch im Münsterland am Anfang eines Flächenbrandes, der Folgen für die Patienten haben wird“, erklärt Strotmeier in einem Interview mit unserer Zeitung. Erste Kliniken wie die CKT-Krankenhäuser in Emsdetten, Greven und Steinfurt haben mit den Mitarbeitern einen Verzicht auf Gehaltssteigerungen ausgehandelt. Bis Ende 2013 sollen dadurch Kündigungen vermieden werden.

Die nordrhein-westfälischen Kliniken, die jährlich 4,3 Millionen Patienten versorgen, verweisen darauf, dass sie Abläufe optimiert und Prozesse gestrafft haben. Doch die Kosten-Erlös-Schere klaffe immer weiter auseinander. Strotmeier: „Allein im Personalsektor fehlen den NRW-Krankenhäusern rund 225 Millionen Euro, weil tarifbedingte Steigerungen nicht refinanziert wurden.“ 

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