So., 17.03.2013

Familienforschung großgeschrieben Online-Suche ist begehrt: 1300 Besucher beim 5. Westfälischen Genealogentag

Ihre Familien-Wurzeln erkunden die Besucher.

Ihre Familien-Wurzeln erkunden die Besucher. Foto: Sieg-Hövelmann

Altenberge - 

Woher komme ich, und wer sind meine Vorfahren? Diese Fragen bewegen immer mehr Menschen. Antworten suchten rund 1300 Besucher beim 5. Westfälischen Genealogentag am Samstag in Altenberge.

Von Heike Sieg-Hövelmann

„Familienforschung boomt“, meinte Dr. Wolfgang Bockhorst von der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung in Münster, die das Großereignis organisierte. Das zeige die rasante Entwicklung der Onlineangebote, aber auch die Resonanz auf den Vortrag zur Einführung in die Genealogie. „Der Raum war bis auf den letzten Platz besetzt.“ Seiner Ansicht nach erhoffen sich viele durch Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln eine „Entschleunigung in unserer schnelllebigen globalen Welt“. In Referaten und an 50 Ständen von Vereinen, Archiven und Dienstleistern gab es geballte Information.

Nicht abreißen wollte der Andrang auf den Verein für Computergenealogie. „Familienforschung im Internet ist heute auf der Höhe der Zeit und nahezu grenzenlos möglich“, betonte Vorsitzender Klaus-Peter Wessel. Die Organisation ist in den letzten Jahren von 600 Mitgliedern auf 3400 angewachsen. Auch Nichtmitglieder könnten auf der Homepage genealogy.net in Sekundenschnelle Datenbanken durchforsten und in Foren Fragen stellen. „Ohne Kontakte und Vernetzung geht es nicht“, erklärte der Experte. Manchmal spinne sich über den Familienstrang eines anderen Forschers die eigene Ahnentafel plötzlich weiter.

Bei aller Technikeuphorie ist der Einstieg über das persönlichste Archiv unerlässlich: die eigene Familie. Die Fachleute raten, die ältesten lebenden Vorfahren zu befragen und Dokumente wie Stammbücher, Briefe, Totenzettel, Urkunden, Erbschaftsunterlagen zusammenzutragen. „Wer einmal anfängt, den packt das wie eine Sucht“, sagte Jost Brökelmann, der extra aus Bonn angereist war und über Recherche in Archiven vor Ort und das Internet schon 4000 Vorfahren aufgespürt hat. Familienhistorie sei spannender als jedes Geschichtsbuch. Die Ansprüche der Forscher steigen. Darauf reagieren auch Dienstleister, die auf der Ausstellung Genealogiekunst und Software für schicke Stammbäume in mannigfachem Design vorstellten. Und auch die Muse lässt sich von der Ahnenforschung küssen. Die Rekener Künstlerin Annkathrin Dahlhaus lud ein in einen begehbaren Stammbaumwald, der in langen von der Decke hängenden Papierstreifen die Geschichte ihrer Familie bis ins Jahr 1580 widerspiegelte.

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