Mo., 27.05.2013

Wildpferdefang in Dülmen Erstmals in 106 Jahren verendet ein Fohlen

Fänger trennen ein Hengstfohlen von der Herde, da es schnell zu Reibereien unter den Tieren kommen kann, wenn sich mehr als ein Hengst in der Gruppe befindet.

Fänger trennen ein Hengstfohlen von der Herde, da es schnell zu Reibereien unter den Tieren kommen kann, wenn sich mehr als ein Hengst in der Gruppe befindet. Foto: Kerstan

Dülmen - 

Der Wildpferdefang in Dülmen ist am Samstag von einem Unfall überschattet worden. Bei der Traditionsveranstaltung, die seit über 100 Jahren stattfindet, ist erstmals ein Fohlen umgekommen. Der Hengst, der gar nicht gefangen werden sollte, wurde von einem anderen Pferd getreten und verendete kurz darauf.

Nach etwa einer Stunde, als gut die Hälfte der 47 Jungtiere eingefangen war, kam es zu der unglücklichen Situation. Ein Teil der Herde wurde von den Fängern in eine Ecke der Arena getrieben, ein älteres Tier trat mit den Hufen aus und traf den jungen Hengst so unglücklich, dass er daran verendete. Als das tote Tier aus der ausverkauften Arena gebracht werden musste, unterbrach ein Schweigen die heitere Stimmung der Familienveranstaltung. „Ich bin schon oft hier gewesen, und noch nie hat es so etwas gegeben“, sagte eine Zuschauerin. Insgesamt wurden bei dem Spektakel 47 junge Hengste eingefangen. Rund 15 000 Zuschauer sahen, wie 25 Fänger die Herde einpferchten und Hengst für Hengst aus der Menge zogen. „Wenn wir im Herbst mit dem Kartenvorverkauf beginnen, ist unsere Veranstaltung nach wenigen Tagen ausverkauft“, sagte Otto-Ludwig Deriken , Sprecher der Veranstaltung.

Etwa 400 Tiere leben im Merfelder Bruch auf dem 360 Hektar großen Gelände. Da das Gebiet den Tieren nur begrenzt Platz bietet, werden sie einmal jährlich zusammengetrieben. Der Besitzer des Landes, der Herzog von Croÿ, lässt anschließend die eingefangenen Pferde versteigern oder verlosen. An ihn geht auch der Erlös.

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