Mo., 02.09.2013

Innovationsmanagement Der Vorteil des Musketier-Prinzips

Münsterland - 

Unternehmen besser vernetzen und zugleich das Münsterland für den Wettbewerb der Regionen stärken. Darum geht es beim „Regionalen Innovationsmanagement“. Unter der Regie der Management-Agentur „Münsterland e. V. geht das Projekt in dieser Woche an den Start. Am Anfang machen 50 Betriebe mit.

Von Elmar Ries

Nehmen wir die Bionik als Beispiel. Modern, innovativ, Erfolg versprechend. Eine Thema wie ein Trumpf und eines, an dem sich wunderbar aufzeigen lässt, dass sich Kooperation lohnt – aller Konkurrenz zum Trotz.

Auch im Münsterland gibt es zahlreiche Unternehmen, die sich damit befassen, Phänomene aus der Natur auf die Technik zu übertragen – nichts anderes verbirgt sich hinter dem Begriff Bionik. Die Betriebe wissen möglicherweise voneinander, viel mehr aber auch nicht.Dass es am Bocholter Ableger der Westfälischen Hochschule ei­ne n von deutschlandweit zwei Fachbereichen zu diesem Thema gibt, davon werden sie vermutlich allenfalls gehört haben.

Wüssten sie nun mehr voneinander, würden sie sich natürlich immer noch nicht gegenseitig in die Karten schauen lassen. Sie würden aber womöglich bei derLösung grundsätzlicher Problemekooperieren und bei Bedarf auch akademischen Sachverstand hinzuziehen. „Das ist am Ende für die Un­ter­nehmen nur von Vorteil und dient letztlich auch der Regi­on, weil es deren Profilschärft“, sagt Klaus Ehling , Vorstandsvorsitzender der Management-Agentur „Münsterland e. V.“ „Darwin meets Business – Evolutionsmanagement Münsterland“: Das klänge doch gar nicht schlecht.

Mehr gemeinsam statt ein­sam, quasi eine Spielart des Musketier-Prinzips „Alle für einen, einer für alle“. Das steckt hinter einem Projekt, das sich Innovationsmana­gement nennt und in dieser Woche an den Start geht. Rund 50 Betriebe machen mit, zudem die münsterische Uni und die Fachhochschule. „Die Unternehmen haben förmlich auf so etwas gewartet“, betont Dr. Heiner Kleinschneider, der Sprecher der Wirtschaftsförderer in den vier Münsterland-Kreisen.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Man trifft sich und spricht miteinander, informiert sich, nutzt externes Wissen. Und weil Zeit Geld ist und „sich treffen“ durchaus auch im virtuellen Raum funktioniert, ist zunächst ein geschütztes Online-Forum geplant, in dem zu festgelegten Zeiten debattiert werden – oder jeder Teilnehmer nach Belieben seine Fragen und Anregungen loswerden kann. Gesteuert und begleitet wird all das von Ehling und seiner Truppe. Das Netzwerk kann aktuelle Hilfestellung geben, mithilfe der Plattform können jedoch auch Potenziale erkannt werden, Exzellenzen eben. „Wenn wir feststellen, dass plötzlich ein Thema an mehreren Stellen hochkommt und aus verschiedenen Richtungen diskutiert wird, könnte das etwas sein, das für die gesamte Region von Interesse ist“, sagt Ehling. Wie bei der Bionik, oder dem weiten Feld der Energiewende , auf dem sich zahlreiche Betriebe tummeln. Oder wie in der Vergangenheit der Mechatronik. Dort haben sich die Kreise Warendorf und Borken als Schwerpunkte herausgebildet. „Mit den Instrumenten von heute hätten wir daraus ein Münsterland-Thema machen können.“

Fest steht: Die anderen Regionen bewegen sich nicht nur in ähnliche Richtungen; etliche sind auch schon einen Schritt weiter. Ostwestfalen zum Beispiel hat 2011 mit 170 Un­ternehmen im Rücken eine Automatisierungs-Kampagne gestartet, die „It’s OWL“heißt und inzwischen mehr als 100 Millionen Euro an Fördergeldern eingeworben hat.

So weit ist das Münsterland noch nicht. Fest aber steht: In immer mehr Firmen reife die Einsicht, „dass wirtschaftliche Themen auf die regionale Ebene gehoben werden müssen, damit sie auch darüber hinaus wahrgenommen werden“, sagt Dr. Kleinschneider, der Wirtschaftsförderer. Und er muss es wissen.

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