Mi., 30.07.2014

Staatsanwaltschaft ermittelt Familienvater bei "Cold Water Challenge" ums Leben gekommen

Unfall in Isselburg

Eine "Cold Water Challenge" in Isselburg endete am Dienstagabend tragisch. Ein 34-jähriger Familienvater wurde von einer Baggerschaufel erschlagen. Foto: dpa

Isselburg - 

(Aktualisiert um 12:01 Uhr) Am Dienstagabend kam es bei dem Videodreh einer "Cold Water Challenge" in Isselburg (Kreis Borken) zu einem tragischen Unfall. Ein 34-jähriger Mann wurde von einer Baggerschaufel erschlagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Von Jan Hullmann

Wie die Polizei mitteilt, wollte sich ein Isselburger Kegelclub, der zu einer " Cold Water Challenge" herausgefordert wurde, am Dienstagabend von einem Teleskoplader mit Wasser übergießen lassen. Die feiernde Gesellschaft stellten eine Biertischgarnitur auf ein abgeerntetes Getreidefeld. Dann wurde in die Baggerschaufel des Teleskopladers etwa 2000 Liter Wasser gefüllt.

Was ist eine Cold Water Challenge?

Die Idee zur "Cold Water Challenge" kommt aus den USA und funktioniert wie ein Kettenbrief. Wer einen Clip mit einer Wasseraktion gedreht und auf YouTube eingestellt hat, nominiert bis zu drei andere Gruppen für diesen Jux-Wettbewerb. Die Benannten müssen binnen 48 Stunden selbst ins kalte Wasser steigen, das Geschehen filmen und bei Youtube einstellen. Schaffen sie das nicht, müssen sie denjenigen, denen sie die Nominierung zu verdanken haben, eine "Strafe" bezahlen - die Währung hierbei sind meist Bierkisten oder Grillfeste.

Ein 36-jähriger Mann aus Isselburg hob dann gegen 20:14 Uhr die Schaufel an und fuhr das Teleskop auf etwa 6 Meter steil auf, wie die Polizei berichtet. Danach fuhr er langsam in Richtung der Gesellschaft, um das Wasser über die 14 am Tisch sitzenden Personen auszugießen. Dabei verlor die Baumaschine die Balance. Das Fahrzeug fiel nach vorn und die Schaufel schlug auf den Biertisch auf.

Acht Personen konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen. Doch sechs Personen wurden von der Schaufel erfasst. Ein 34-jähriger Familienvater aus Isselburg erlitt tödliche Verletzungen. Fünf weitere Personen im Alter zwischen 32 und 36 Jahren wurden zum Teil schwer verletzt. Ein Schwerverletzter wurde in eine Klinik geflogen, drei Verletzte in umliegende Krankenhäuser, eine Person wurde vor Ort ambulant behandelt. Nach Polizeiangaben befindet sich keiner der Verletzten in Lebensgefahr.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Video vom Unglücksabend in Isselburg wurde von der Polizei beschlagnahmt und wird nun ausgewertet. Die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der Leichnam sollte im Laufe des Mittwochs in der Gerichtsmedizin obduziert werden.

Zuletzt gab es im Münsterland Ende Juni einen größeren Unfall bei einer Cold Water Challenge. Damals wurden neun Menschen bei der Fahrt in einem mit Wasser gefüllten Muldenkipper verletzt. Die Mutproben, die ursprünglich dazu dienten, Spenden einzusammeln, werden von vielen kritisch gesehen. So hat sich in NRW bislang keine einzige Berufsfeuerwehr an der Spaßaktion beteiligt.

Dass das viele Vereine im Münsterland anders sehen oder zumindest bislang anders gesehen haben, können Sie unserem Special "Cold Water Challenge" entnehmen.

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