Mo., 06.10.2014

Ein Wald voller Pilze Doris Kühle hat in Nordwalde bereits über 200 Arten dokumentiert

Wunderschöne Pilzwelt: Doris Kühle fotografiert Pilze. Und das mit Leidenschaft und Können. Manchmal verirrt sich auch ein Frosch auf die Bilder.

Wunderschöne Pilzwelt: Doris Kühle fotografiert Pilze. Und das mit Leidenschaft und Können. Manchmal verirrt sich auch ein Frosch auf die Bilder. Foto: Doris Kühle

Altenberge/Nordwalde - 

Altenberge/Nordwalde - Doris Kühle hat ein besonderes Hobby: Seit Jahren fotogafiert die gelernte Krankenschwester Pilze. Selbst die giftigsten von ihnen sehen auf ihren Bildern wunderschön aus. Ein atmosphärischer Streifzug durch eine faszinierende Welt am Boden.

Von Uwe Renners

Früher hat sie Insekten fotografiert. „Aber deren Bestand geht in den vergangenen Jahren gravierend zurück“, sagt Doris Kühle. Auf einem Blumenfeld habe sie letztens fünf Schmetterlinge entdeckt. Kühle: „Es gab Zeiten, da saßen fünf auf einer Sonnenblume.“ Die Suche ist der 57-Jährigen irgendwann zu lästig geworden, sie suchte Neues. Und ist fündig geworden.

Doris Kühles Leidenschaft ist die Pilz-Fotografie.

Doris Kühles Leidenschaft ist die Pilz-Fotografie.

Die gelernte Krankenschwester fotografiert seit einigen Jahren Pilze . 2500 Arten gibt es in Europa , die Unterscheidungsmerkmale sind oft nur mikroskopisch klein. Und sie fotografiert sie alle, auch die ganz kleinen, manchmal nur ein paar Millimeter großen Pilze, die auf ihren Bildern oft wie Wesen aus einer anderen Welt aussehen. Mit ihrem Fahrrad macht sie sich regelmäßig auf den Weg und fährt in Richtung Nordwalde . Dort in Lintels Brook, einem großen zusammenhängenden Waldstück, geht sie auf Pilzpirsch. Über 200 Arten hat sie bereits bestimmt und fotografiert. „Das ist beachtlich dort. Ich habe noch lange nicht alle Arten erfasst“, sagt sie.

Seit vergangenem Jahr traut sie sich auch, einige davon zu pflücken, um sie abends in der Pfanne zu braten. „Das sind aber nur zehn Arten, bei denen ich mir absolut sicher bin“, berichtet sie. Einige Pilzsammler hat sie schon vor einem Unglück bewahrt. Zum Beispiel die zwei Frauen, die in ihrem Korb einen Grünen Knollenblätterpilz zwischen essbaren Pflanzen hatten. „Da reicht ein Pilz, um eine ganze Familie auszulöschen. Nach vier Tagen zersetzt sich die Leber.“ Keine schöne Vorstellung.

Auf ihren Bildern sehen auch die giftigen Pilze wunderschön aus. Wenn die Hobbyfotografin nicht sicher ist, dann fragt sie andere. Im Internet ist sie mit Mykologen (Pilzexperten) befreundet, denen sie ihre Bilder schickt, wenn sie selbst bei der Bestimmung nicht weiterkommt. „Aber ich habe in den vergangenen Jahren viel gelernt“, sagt sie. Nicht nur über die Pilze, sondern auch darüber, wie man sie fotografiert. Schleimpilze, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zu sehen sind, macht Doris Kühle sichtbar. „Pilzfotos sind nicht gleich Pilzfotos“, erklärt sie. Es gibt Experten für Fotos von Großpilzen oder für die „Schleimis“, das sind die kleinsten, die Schleimpilze.

Ihre Bilder würde Doris Kühle gerne einmal ausstellen. „Und ich hätte große Lust, ein Pilzbuch für Kinder zu schreiben und zu gestalten.“

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