Mo., 20.10.2014

Fünf Ibbenbürener kämpfen als Terroristen / Drohanrufe schüchtern Ahlener ein Der lange Arm des IS

Großdemo (Düsseldorf) von Kurden gegen den Terror der IS.  Foto: dpa

Großdemo (Düsseldorf) gegen den Terror der IS. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Ahlen/Ibbenbüren - Aus dem Münsterland haben sich in den vergangenen Monaten offenbar deutlich mehr Muslime der Terrormiliz des Islamischen Staates (IS) angeschlossen als bislang angenommen. Bekannt war, dass drei junge Männer aus Ahlen, Lengerich und Münster von den Extremisten angeworben wurden. Nun scheint klar: Die Zahl ist deutlich größer.

Von Elmar Ries und Sabine Plake

Seit Jahresbeginn sind allein aus Ibbenbüren fünf Männer dem Lockruf der Terroristen gefolgt und nach Syrien oder in den Irak gereist. Hinzu kommt ein Fall aus Hamm.

Nach Informationen un­serer Zeitung haben Angehörige und Bekannte des 18 Jahre alten Tolunay G. aus Ahlen , der sich im September dem IS angeschlossen hat, Drohanrufe aus Syrien oder dem Irak erhalten. Ihnen sei mitgeteilt worden, dass sie nicht mehr nach dem Schüler suchen und vor allem öffentlich nicht mehr über sein Verschwinden sprechen dürften, erklärte eine Kontaktperson. Die Sicherheitsbehörden nehmen die Anrufe ernst.

Zeitgleich mit dem 18-jährigen Ahlener hat sich offenbar auch ein 22 Jahre alter Mann aus Hamm auf den Weg nach Syrien oder in den Irak gemacht, um für den IS zu kämpfen. Ob die beiden Muslime in Verbindung zueinander standen, ist nicht bekannt. Auffällig ist jedoch, dass Angehörige unabhängig voneinander davon berichten, dass die jungen Männer über Personen im Münsterland, „mutmaßlich in Ibbenbüren“ mit den Terroristen in Kontakt getreten sind.

Die fünf Männer, die sich von dort auf den Weg in den Nahen Osten gemacht haben, sind zwischen 18 und 28 Jahre alte. Drei von ihnen haben einen deutschen Pass.

Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Haftbefehl gegen zwei mutmaßliche Un­terstützer islamistischer Terrororganisationen in Deutschland erwirkt. Das teilte die Behörde am Montag mit. Die Männer, ein 40 Jahre alter Deutsch-Marokkaner und ein 31-jähriger Libanese, sollen Ausrüstung sowie Geld für den IS und Ahrar al-Scham in Syrien organisiert haben. Sie waren am Samstag in Bonn und Aachen festgenommen worden. 

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