Handwerkskammer
Hans Rath: ein Präsident zum Anfassen

Münster -

In Münster ist der Präsident der Handwerkskammer ein Promi, an seiner geliebten Nordsee ist Hans Rath einfach nur Touri. Im Norden erholt er sich von seinem ehrenamtlichen Fulltime-Job fürs Handwerk, den er jetzt seit 15 Jahren ausübt. Am Dienstag (9. Dezember) ist Schluss mit diesem Amt. Rath will es so.

Montag, 08.12.2014, 08:12 Uhr

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Münster wählt am Dienstag Raths Nachfolger. Johannes Hund aus Bocholt kandidiert.

Präsident Hans Rath selbst aber ist pflichtbewusst bis zur letzten Minute. Wie immer am Montagmorgen liegt ein voller Terminplan auf seinem Schreibtisch in der Kammer am Aasee. Verantwortlich dafür ist Lisa Weber . In höchsten Tönen lobt Hans Rath seine Sekretärin und seinen Fahrer Rolf Bertenhoff. „Absolute Loyalität zeichnet diese Menschen aus“, sagt Hans Rath. Lisa Weber schwärmt von der „tollen Zusammenarbeit“ mit dem Chef, der nicht kleckerte, sondern klotzte. Ob die Renovierung von Münsters letzter Straßenbahn oder der Umbau von Haus Kump – Hans Rath packte es an.

Der 74-jährige Präsident macht sein Amt gerne – ohne Zweifel. Ratlos war Hans Rath dabei eigentlich selten. Bei seinen Reden greift er auf einen Fundus an Erlebnissen zurück. Berührungsängste kennt der Handwerksmeister nicht, der früher schon als Schornsteinfegermeister anderen Menschen aufs Dach gestiegen ist.

Ob in Düsseldorf, Berlin oder Brüssel – der Präsident der Handwerkskammer Münster findet sich überall zurecht. Wenn sein Rat gefragt ist, dann ist er vor Ort. Hans Rath sucht gerne das direkte Gespräch. „Wer sich nicht zeigt, wird nicht wahrgenommen“, lautet sein Motto, das er 15 Jahre durchgehalten hat.

„Zuhören ist wichtig“, sagt der Praktiker, dem vor allem die Vorbereitung von jungen Menschen auf die Berufswelt ein großes Anliegen ist. Authentizität liegt Rath am Herzen. Der Vater von zwei Kindern und Opa von vier Enkeln hält nichts vom „Akademisierungswahn“. Das sei alles toll und wunderbar, aber er ist überzeugt, dass jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten arbeiten sollte. Der Handwerksmeister begrüßt es auch, dass die Politik über den Stellenwert der Meisterbriefe nachdenkt. Hunderte von Goldenen Meisterbriefen hat der scheidende Präsident persönlich überreicht. „Ein Stück Wertschätzung, die die Handwerksmeister verdient haben.“

Der Präsident zum Anfassen verlässt jetzt den Chefsessel. Wenn seine Frau Fränzi nicht mitgezogen hätte, sagt er, dann hätte er Vorgänger Paul Schnitker damals einen Korb gegeben, als dieser ihn ansprach: „Ich höre auf, kannst du dir vorstellen, dass du mein Nachfolger wirst?“ Hans Rath war damals Landesinnungsmeister und für 1500 Schornsteinfegerbetriebe zuständig.

Fränzi Raths Handschrift ist das stilvolle Outfit des Präsidenten: dunkler Anzug, weißes Hemd, passende Krawatte mit farblich abgestimmtem Einstecktuch.

Ob er nun mehr Zeit hat, wird sich zeigen. Einzig der Montagabend war Hans Rath als Präsident immer schon heilig, denn an diesem Abend probt er mit dem MGV Cäcilia. „Die Musik hat mich geprägt.“ Hans Rath wünscht sich nichts mehr, als mit 74 nicht nur gute Töne anklingen zu lassen, sondern noch ein Instrument zu erlernen. Dafür blieb ihm beim Fulltime-Job in der Kammer keine Zeit.

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