Mi., 11.11.2015

Richtig schreiben – nur wie? Eltern und Pädagogen diskutieren, wie Kinder am besten die Rechtschreibung lernen

Richtig schreiben – nur wie? : Eltern und Pädagogen diskutieren, wie Kinder am besten die Rechtschreibung lernen

Foto: dpa

Münster - 

Die Frustration einer Mutter über die Rechtschreibprobleme ihrer beiden gehörgeschädigten Kinder ist groß. Grundschüler sollen Lesen und Schreiben durch genaues Hinhören lernen, und Fehler werden zunächst nicht korrigiert. Doch wie soll das in diesem Fall funktionieren? Lehrer und Eltern haben am Dienstag heiß diskutiert.

Von Daria Neu

Anlass der Podiumsdiskussion in Münster war ein Interview, das Stefan Werding, Redakteur unserer Zeitung und Moderator der Podiumsdiskussion, mit Christian Fischer , münsterischer Professor für Begabungsforschung und individuelle Förderung, geführt hatte. Mit  „Lesen nach Lust und Laune“ hatte der Moderator die Methode umschrieben und sich damit vor allem bei den Pädagogen keine Freunde gemacht.

Schnell wird deutlich: Es gibt Eltern, die frustriert sind über die Art und Weise, wie Kinder an Grundschulen im Münsterland Lesen und Schreiben lernen. Diese hätten selbst in der fünften Klasse noch enorme orthografische Schwierigkeiten.

Die Podiumsteilnehmer Nicole Essing, Schulleiterin der Ludgerusschule Münster-Hiltrup, Alice Lennartz Professor Christian Fischer und Baldur Bertling kontern mit der Förderung des individuellen Lernens.

„Kinder befinden sich in einem Schreib- und Leselern-Prozess. Diesen gilt es individuell zu begleiten und ein Gespür dafür zu entwickeln, wann das Kind genügend Verständnis für den nächsten Schritt entwickelt hat“, betont Schulamtsdirektorin Lennartz. Grundlage dafür sei die Auswertung der Kindertexte.

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Professor Christian Fischer, Nicole Essing von der Ludgerusschule Münster-Hiltrup, Moderator Stefan Werding, Foto: Jürgen Peperhowe

Und Fischer erklärt: „Die Lehrer tragen eine hohe Verantwortung, indem sie Lernschwierigkeiten durch diagnostische Kompetenzen feststellen, um anschließend schnell reagieren zu können.“ Baldur Bertling, Sprecher des Grundschulverbandes, macht deutlich: „Die Annahme, dass Kinder mit dem Wechsel auf die weiterführenden Schulen die Rechtschreibung vollständig fehlerfrei beherrschen müssen, ist falsch. Kinder befinden sich noch lange auf dem Weg, ihr Bewusstsein für richtiges Schreiben weiter zu entwickeln.“

Einig sind sie sich, dass es nicht die eine Methode gibt, sondern immer der viel zitierte goldene Mittelweg am erfolgversprechendsten ist, damit Kinder lernen, richtig zu schreiben.

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