Do., 17.03.2016

Brücke falsch eingeschätzt 1076-Tonnen-Schiff rammt Kanalbrücke

Zerstört wurde das Führerhaus des Binnenschiffs.

Zerstört wurde das Führerhaus des Binnenschiffs. Foto: Matthias Schrief

Rheine - 

Auf dem Dortmund-Ems-Kanal in Rheine ist am Donnerstagmorgen ein Gütermotorschiff mit einer Brücke kollidiert. Das Steuerhaus des Binnenschiffes aus den Niederlanden wurde zerstört. Die beiden Besatzungsmitglieder blieben bei dem Unfall unverletzt. Der genaue Sachschaden steht noch nicht fest.

Von Matthias Schrief

Nach Einschätzung der Wasserschutzpolizei in Bergeshövede hat der niederländische Schiffsführer vermutlich die Brückendurchfahrtshöhe falsch eingeschätzt. „So ein Leerschiff ohne Ladung ragt schon mal höher aus dem Wasser heraus. Wenn man nicht aufpasst, kann man sich schon mal das Steuerhaus abfahren“, sagte Christoph Pipping, Oberkommissar bei der Wasserschutzpolizei am „Nassen Dreieck“ in Bergeshövede.

Die Brücke am Rheiner Offerbergweg, die das 82 Meter lange und 8,20 Meter breite Frachtschiff aus dem niederländischen Terneuzen gerammt hat, sei nicht beschädigt worden, teilte die für die Wasserschutzpolizei zuständige Pressestelle in Duisburg mit.

Das 1076 Tonnen schwere Binnenschiff blieb nach dem Unfall manövrierfähig, teilte die Wasserschutzpolizei mit. „Das Motorschiff war auf dem Weg vom niedersächsischen Spelle nach Bergeshövede, wo der Schiffsführer festmachen und auf neue Ladung warten wollte. Wenn der Gutachter hier seine Arbeit erledigt hat, wird die Besatzung vermutlich nach Bergeshövede fahren und sich dort das Steuerhaus zumindest provisorisch reparieren lassen. Sonst fehlt dem Führerhaus ein Wetterschutz“, sagten die Beamten.

Video: Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei

Nach dem Unfall hatte Schiff in unmittelbarer Nähe der Schleuse im Rheiner Ortsteil Altenrheine festgemacht. Der Schiffsführer, der gleichzeitig auch Eigner des Binnenschiffes ist, wollte sich gegenüber der Presse zum Unfallhergang nicht äußern. „So ein Steuerhaus ist nicht preiswert“, schätzt Pipping.

Nach Angaben der niederländischen Internetseite „Vereniging 'De Binnenvaart“ ist das Frachtschiff 1957 bei der VEB Schiffswerft in Rosslau in der damaligen DDR gebaut worden. Seit 1978 fährt es unter niederländischer Flagge.

Das Teilstück des Dortmund-Ems-Kanals von Bergeshövede in Richtung Niedersachsen ist noch nicht ausgebaut. Die Brückendurchfahrten sind niedriger als in den neu ausgebauten Teilstücken.

Kurios: Bereits im August 2015 kollidierte im gleichen Streckenabschnitt ein mit Betonteilen beladenes Binnenschiff mit einer Brücke. Der Schaden am Schiff war sehr hoch.

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