Zugausfälle und Verspätungen
Die Eurobahn will besser werden

Düsseldorf/Münsterland­ -

Die Eurobahn hat derzeit nicht nur ein Problem. Zugausfälle aufgrund eines extrem hohen Krankenstandes bei den Lokführern haben die Fahrgäste verärgert. Die Ankündigung der vergangenen Woche, aus demselben Grund in den Weihnachtsferien auf manchen Strecken Züge zu streichen, tat ein Übriges.

Mittwoch, 28.12.2016, 18:12 Uhr

Die RB 67 fährt zwischen Bielefeld und Münster: Auch hier lässt die Eurobahn über die Weihnachtsferien Züge ausfallen, weil krankheitsbedingt zu wenig Personal verfügbar ist.
Die RB 67 fährt zwischen Bielefeld und Münster: Auch hier lässt die Eurobahn über die Weihnachtsferien Züge ausfallen, weil krankheitsbedingt zu wenig Personal verfügbar ist. Foto: Wilfried Gerharz

Und dann war da noch die Ansage des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), der als Auftraggeber von all dem die Nase gestrichen voll hat und darum prüft „ob die vertraglichen Verstöße so gravierend sind, dass eine Kündigung gerechtfertigt ist.“ All das zusammengenommen hat das Image der Eurobahn , die zum französischen Keolis-Konzern gehört, zuletzt arg ramponiert.

Ja, wir haben zuletzt eine unbefriedigende Leistung ab­geliefert

Thomas Görtzen

Abgesehen davon, dass sich eine Vertragskündigung rechtlich kaum durchsetzen lässt, hat die massive Kritik für viel Unruhe in der Düsseldorfer Konzernzentrale gesorgt. „Ja, wir haben zuletzt eine unbefriedigende Leistung ab­geliefert“, sagt Eurobahn-Geschäftsführer Thomas Görtzen selbstkritisch.

Neues Teutoburger-Wald-Netz

Im Münsterland fährt die Eurobahn die Strecke Münster - Lünen, Hamm - Münster und Münster - Bielefeld. In der zweiten Hälfte des nächsten Jahres kommt das sogenannte Teutoburger-Wald-Netz hinzu, in der Region wird dann die Verbindung Münster - Rheine - Hengelo, Hengelo - Rheine - Osnabrück sowie Münster - Osnabrück von den gelb-weißen Zügen gefahren. Jedenfalls dann, wenn Lokführer da sind.

Mehr zum Thema
...

Die Aufgabe gleicht der Quadratur ei­nes Kreises. Die Eurobahn benötigt zusätzliches Personal, um die bestehenden Löcher zu stopfen und muss darüber hinaus weiteres gewinnen, um die neuen Strecken bedienen zu können.

Neues Personal gesucht

Vor dieser Kulisse hatte Un­ter­nehmens­spre­che­rin Danica Dorawa unlängst erklärt, das Verkehrsunternehmen habe die Ausbildung und Personal-Akquise verstärkt. Schon zu Beginn des neuen Jahres sollen die ersten neuen Mitarbeiter Eurobahnen fahren.

Wie viele Lokführer am Ende des Weges gewonnen sein werden, darüber möchte Thomas Görtzen nicht spekulieren. Dem Vernehmen nach geht die Keolis-Tochter jedoch von bis zu 100 aus. Knapp die Hälfte davon wird für das Teutoburger-Wald-Netz benötigt.

Verbesserung der internen Organisation?

Mehr Personal ist das eine, die Verbesserung der internen Organisation das andere. Zu guter Letzt hinzu kommen soll eine bessere Fahrgastinformation. „Seit dem 23. Dezember haben wir ein Pilotprojekt mit der Bahn AG laufen“, sagt Görtzen. Heißt: Virtuell per App und real an den Infotafeln werden jetzt auch etwaige Verspätungen und Ausfälle von Eurobahnen angezeigt.

Wenn all das zusammengenommen greift, gehören die gegenwärtigen Probleme der Eurobahn dann in Zukunft der Vergangenheit an? Komplizierter Satz, auf den sich Thomas Görtzen nicht festnageln lassen will. „Wir unternehmen alles, dass dieser Zustand eintritt“, sagt er.

Künftig mehr Verlässlichkeit

Schon in den kommenden Wochen will die Eurobahn „wieder in einen Zustand zurückkehren, der deutlich zuverlässiger ist, als wir das aktuell erleben“, sagt der Chef. Man darf gespannt sein.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4525669?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F4848620%2F4848621%2F
Wagenknecht spaltet die Linke in Münster
Rüdiger Sagel kritisiert Sahra Wagenknecht schon lange, jetzt geht Hubertus Zdebel auf Distanz – aber auch auf Distanz zu Sagel.
Nachrichten-Ticker