Di., 25.04.2017

DRV zeigt Arzt aus Südwestfalen an Renten-Betrug: 600 neue Verdachtsfälle

DRV zeigt Arzt aus Südwestfalen an : Renten-Betrug: 600 neue Verdachtsfälle

(Symbolbild) Foto: dpa

Münster - 

Der Renten-Betrugsfall zieht weitere Kreise. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Westfalen in Münster, die im Fall eines Facharztes für Neurologie und Psychiatrie aus dem Ruhrgebiet seit 2015 in umfangreiche Ermittlungen eingebunden war, hat nun selbst Anzeige gegen einen Arzt aus Südwestfalen erstattet. 

Von Wolfgang Kleideiter

Auch dieser soll gegen Geld Hunderten von Patienten mit falschen An­gaben in den Befundberichten bzw. Gutachten geholfen ­haben, zu Unrecht Erwerbsminderungsrente zu beziehen.

Nach Angaben von DRV-Sprecher Marcus Kloppenborg haben sich bei den inzwischen fest installierten Überprüfungen in der DRV Westfalen rund 600 neue Verdachtsfälle ergeben. Beteiligt war stets der Arzt aus Südwestfalen.

Verdachtsfälle der Staatsanwaltschaft übergeben

Erste Informationen, nach denen es sich um einen Mediziner aus Münster handeln solle, wies Kloppenborg zurück. Aus ermittlungstechnischen Gründen sei es aber sinnvoll, keinerlei weitere Angaben zu machen. 

Ob die neuen Verdachtsfälle auf ein ähnliches Tatmuster wie im  Fall der Ruhrgebietspraxis hindeuteten, ließ der Sprecher offen. Die umfang­reichen Unterlagen seien jetzt der Staatsanwaltschaft Münster übergeben worden. Dort werde man entscheiden, wie weiter verfahren wird.

Handel mit gefälschten Gutachten

Im Ruhrgebietsfall soll der dortige Arzt seit vielen Jahren mit Hilfe von drei Komplizen einen schwunghaften Handel mit gefälschten Gutachten, Krankschreibungen und Rezepten betrieben ­haben. Der DRV Westfalen liegen 2500 Befundberichte und Gutachten vor, an denen dieser Mediziner beteiligt war. 

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2200 Fälle wurden bisher geprüft, in 700 Fällen wurde eine Neu­begutachtung veranlasst. In vielen Fällen wurden Zahlungen eingestellt und Rückforderungen erhoben. Die bislang vermiedene Schadenssumme wird mit 21,6 Millionen Euro beziffert.

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