Mi., 19.10.2016

Verkehrsunfallprävention Unfallprävention in Gefahr

Die gelben Westen sind ein Produkt der Ordnungspartnerschaft, mit im Bild Ordnungsamtschef Martin Schulze-Werner (l.).

Die gelben Westen sind ein Produkt der Ordnungspartnerschaft, mit im Bild Ordnungsamtschef Martin Schulze-Werner (l.). Foto: hpe

Münster - 

Das Verkehrssicherheitsprogramm für Münster und damit auch die Aktivitäten der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention sind in Gefahr, weil das Projekt 2017 ausläuft und eine Verlängerung bis 2020 aus Kostengründen zu scheitern droht.

Von Helmut P. Etzkorn

Weil in keiner anderen NRW-Metropole die Gefahr größer war, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, zog die Stadt 2007 die Notbremse, gründete die Ordnungspartnerschaft Unfallprävention und legte ein umfassendes Verkehrssicherheitsprogramm auf. Inzwischen hat Münster die „rote Laterne“ als Unfallhauptstadt abgegeben, Aktionen wie die gelben Westen für Radler kommen an in der Stadtgesellschaft. Jetzt allerdings droht dem noch bis Februar 2017 laufenden Projekt aus finanziellen Gründen das Ende.

Betroffen sind 8,5 Personalstellen bei der Stadt Münster. Es handelt sich um Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung, die bei Geschwindigkeitskontrollen im Einsatz sind, sowie um Bau- und Verkehrstechniker beim Tiefbauamt. Nach entsprechenden Unfallanalysen wurden Brennpunkte, an denen es besonders häufig und heftig kracht, umgebaut. Dazu kommt ein Posten von 100.000 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit, mit der Aufklärungsaktionen wie Kinospots, gelbe Westen und Infostände finanziert wurden.

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In der Ordnungspartnerschaft sind 25 Verbände, Behörden und Firmen aktiv. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) attestiert der Stadt „Verbesserungen der Verkehrssicherheit“. Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden sank von 1340 im Jahr 2007 auf 1166 in 2015. Damit wurde das Ziel, Unfälle mit Personenschäden zu verringern, erreicht. 2017 legt der GDV seinen Abschlussbericht vor.

Fotostrecke: Verkehrsunfallprävention der Polizei im Landesmuseum

Eigentlich sollte der Rat im September über eine Weiterführung des Verkehrssicherheitsprogramms bis 2020 mit „gebremsten Schaum“, so Ordnungsamtschef Martin Schulze-Werner, entscheiden. Mit dem Verwaltungsvorstand war zuvor vereinbart, die Zahl der Vollzeitstellen von 8,5 auf 7 und damit die jährlichen Personalkosten auf 400.000 Euro zu reduzieren. Der Jahresetat für die Öffentlichkeitsarbeit sollte auf 80.000 Euro beschränkt werden.

Hintergrund

Die Ordnungspartnerschaft „Verkehrsunfallprävention, ein Zusammenschluss von 30 Institutionen, die sich mit Straßenverkehr“ beschäftigen, arbeitet unter dem Motto  "Sicher durch Münster" daran, die Zahl der Verkehrsunfälle in Münster zu senken. Mitglieder sind unter anderem die Polizei, die Stadt Münster und der ADFC.

Bislang schlummert die Vorlage in den Amtsstuben, weil es vom Kämmerer noch kein „grünes Licht“ für die 480.000 Euro gibt.

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