Mi., 10.05.2017

Internet-Währung "Unerlaubte Finanztransfergeschäfte": Ermittlungen gegen Grevener Firma

„OneCoin“ verspricht viel: Doch das Angebot, hier präsentiert auf einer eigenen Internet-Seite, ist offensichtlich umstritten. Jetzt ermitteln Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und Staatsanwaltschaft.

„OneCoin“ verspricht viel: Doch das Angebot, hier präsentiert auf einer eigenen Internet-Seite, ist offensichtlich umstritten. Jetzt ermitteln Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und Staatsanwaltschaft. Foto: Gunnar A. Pier

Greven - 

Nein, viel könne er dazu nicht sagen, wiegelt der Bielefelder Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann ab. Führen die Spuren eines angeblich schweren Finanzbetrugs tatsächlich zu einer Grevener Firma? Einige Informationen, die vom Online-Recherche-Portal Gerlachreport veröffentlicht wurden, finden in der Auskunft des Pressesprechers der Schwerpunktabteilung für Wirtschaftsstrafsachen eine Bestätigung. 

Von Ulrich Reske

„Ja, wir ermitteln wegen des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs gegen sieben Beschuldigte.“ In diesem Zusammenhang soll das Unternehmen binnen eines Jahres rund 360 Millionen Euro eingesammelt haben. Die Firma weist die Betrugsvorwürfe zurück. Mehr noch: Ihr Anwalt erklärte am Dienstag, dieser Vorwürfe werde „nach derzeitiger Aktenlage nicht weiterverfolgt“.

Das Geschäft der Grevener hat allerdings die Bafin auf den Plan gerufen. So soll nach Auskunft der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Gesellschaft für die weltweit operierende OneCoin Ltd. zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 rund 360 Millionen Euro angenommen haben. „Davon liegen noch 29 Millionen Euro auf den derzeit gesperrten Konten“, teilt die Bafin mit.

Kontensperre wurde verfügt

Mit zwei Verfügungen hat die Finanzaufsicht im April diese aus ihrer Sicht „unerlaubten Finanztransfergeschäfte “ in Deutschland verboten. Eine Kontensperre wurde von der Bafin im Februar verfügt. Sollte die Firma der Einstellungsverfügung zuwiderhandeln, erklärt die Bafin, habe man ein Zwangsgeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro festgesetzt. Dem Unternehmen wurde zudem aufgetragen, das vorhandene Bankguthaben an die Einzahler zurückzuzahlen.

Doch wofür sammelte die Firma Millionen? Sie gingen an die OneCoin-Gesellschaft, die durch den Tausch in eine virtuelle Währung enorme Renditen versprach. „ Bitcoin lässt grüßen“, kommentiert Oberstaatsanwalt Pollmann das System. Seine Behörde prüfe nun, inwieweit Mitarbeiter die „unrichtigen Angaben“ der OneCoin-Gesellschaft an die Investoren weitergegeben hätten.

OneCoin und das Geschäftssystem

Die Dubaier OneCoin Ltd soll ein Netzwerk von internationalen Gesellschaften aufgebaut und die als Kryptowährung deklarierten virtuellen Werteinheiten vertrieben haben. Darüber berichtet der Gerlachreport.

Zum Einsammeln der Investorengelder soll es Online-Plattformen, aber auch reale Verkaufsveranstaltungen gegeben haben. Die Kryptowährung selbst wird von OneCoin als „Finanzrevolution“ gepriesen.

OneCoin-Gründerin ist eine gewisse Dr. Ruja Ignatova. Potenzielle Investoren können bei diesen Geschäfte ultimative Pakete im Wert von knapp 120.000 Euro kaufen, für die sie sogenannte Tokens erhalten, eine Art Fantasiewährung. 

Komplizierte Ermittlungen

Die Ermittlung ins Rollen brachten Anzeigen von angeblich geschädigten Investoren. Keine Angaben wollte die Staatsanwalt dazu machen, welche der Beschuldigten welcher Firmen zuzurechnen seien. Gekümmert hatte sich um den Fall zunächst die Staatsanwaltschaft Münster. Im November sei das Verfahren durch die Generalbundesanwaltschaft den Bielefelder Experten in Wirtschaftsstrafverfahren übertragen worden.

Was tatsächlich für Geld erworben, weiterveräußert oder gehandelt wird, lässt sich schwer feststellen. Von nicht näher definierten Bildungspaketen mit einem Wert von bis zu 120.000 Euro ist die Rede, von Token, einer virtuellen Währungsform, wollen andere wissen. „Wir sind erst am Anfang unserer Ermittlungen“, so Pollmann.

Die Grevener Geschäftsführung war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ihr Anwalt erklärte, dass die Behörden im Kern nur noch den Vorwurf des Verstoßes gegen das Gesetz zur Beaufsichtigung von Zahlungsdiensten (ZAG) erheben würden. Von einem Verstoß gegen ein Nebenstrafgesetz ist die Rede. Niemand sei geschädigt worden.

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